Mit diesen Hilfsmitteln lässt der Räuber seine Pfoten von Autos

Marder mögen Motorkabel: Wie der ungebetene Gast fort bleibt

Hersfeld-Rotenburg. Eigentlich sind Marder putzige Tierchen. Doch für manch einen Autofahrer können sie zur Ausgeburt der Hölle werden. Und zwar genau dann, wenn der Marder sich an den Autoschläuchen vergreift. Doch nur wenige Hilfsmittel wirken.

Gerade jetzt steigt die Zahl der Autos, die mit einem Marderschaden in die Werkstatt müssen. Denn dann sind die kleinen Räuber besonders aktiv. 

Angezogen von der Wärme des Motors macht es sich der Marder gerne im Motorraum gemütlich und markiert mit dem eigenen Duftstoff sein Revier. Das sei erstmal nicht weiter schlimm, sagt Heinz-Dieter Mathes, Revierleiter beim Forstamt Bad Hersfeld. 

Erst wenn das Auto im Revier eines anderen Marders geparkt wird, kann es eine böse Überraschung geben. Verärgert über die Duftspur des fremden Artgenossen, wird der Marder wild und beißt skrupellos zu. Der Beißattacke fallen vor allem Schläuche, Zündkabel und Dämmmatten zum Opfer.

Was nicht hilft 

„Viele versuchen es mit den abenteuerlichsten Mitteln, um Marder von ihren Autos fernzuhalten“, erzählt Mathes. Er höre immer wieder von WC-Steinen, Hundehaaren oder Mottenkugeln, die in den Motorraum gehängt werden.  Seiner Meinung nach ist der Erfolg dieser Mittel eher fraglich. 

Auch der Maschendrahtzaun, der unter den Motorraum gelegt wird, sei keine sichere Methode, sagt Marco Diegel, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung des Kreises Hersfeld-Rotenburg. Anfangs könne es helfen, doch die Tiere würden sich schnell an den wackeligen Untergrund gewöhnen. 

Der ADAC gibt den Tipp, das Auto regelmäßig zu waschen. Besonders dann, wenn Pfotenabdrücke am Wagen oder im Motorraum entdeckt werden. Die Autowäsche beseitige die Duftstoffe der Ma0rder. Artgenossen würden so nicht mehr in die Versuchung kommen, ihr Revier zu markieren. Diegel weist jedoch darauf hin, dass eine normale Wagenwäsche hier nicht ausreicht. Es müsse schon eine gründliche Wäsche des Motorraums sein.

Was hilft 

Hilfreicher findet der stellvertretende Obermeister da den Marderschreck: Ein Gerät, das das Tier mit Stromschlägen vom Einsteigen in den Motorraum abhält. Es arbeitet nach dem Weidezaun-Prinzip und ist für die flinken Räuber nicht lebensgefährlich. 

Weitere gute Hilfsmittel sind laut Diegel Ultraschallprodukte. Sie produzieren Töne, die für den Menschen nicht zu hören sind. Marder schrecken die Frequenzen hingegen ab. „Wer nach einer langfristigen Lösung sucht, kommt an einer Autowerkstatt nicht vorbei“, erklärt Diegel. 

Dort gibt es die Möglichkeit, die freien Kabel im Motorraum zu ummanteln. Dann können die Tiere noch so fest zubeißen, die Kabel bleiben heil. Noch effektiver ist die Ummantelung des gesamten Motorraums. Mit Bürstenvorhängen wird der Zugang zum Motor versperrt – und die pelzigen Gesellen haben keine andere Wahl als draußen zu bleiben.

Marder stehen unter Artenschutz

Es gibt viele Marderarten. Sie gehören zu der Familie der hundeartigen Raubtiere. Einige von ihnen stehen unter Artenschutz. „Doch der gemeine Steinmarder, der in Autos wütet, gehört nicht dazu“, erklärt Heinz-Dieter Mathes, Revierleiter beim Forstamt Bad Hersfeld. 

Dennoch dürfe dem Tier nicht eigenhändig der Garaus gemacht werden, ermahnt Mathes. Steinmarder unterliegen dem Jagdrecht. Sie dürfen von Oktober bis Januar von Jägern erlegt werden, aber nur in Wäldern. Innerorts müssen Fallen aufgestellt werden. In den übrigen Monaten gilt für Marder eine Schonzeit, damit sie ihre Jungtiere aufziehen können.

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