Seit gestern ist Michaela Kilian-Bock Direktorin des Amtsgerichts Bad Hersfeld

Dieselbe mit Erfahrung

Die neue Direktorin vor „ihrem“ Gericht: Seit gestern leitet Michaela Kilian-Bock das für den gesamten Landkreis zuständige Amtsgericht Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Michaela Kilian-Bock hat zwei turbulente Tage hinter sich. Am Dienstag wurde sie als Vizepräsidentin des Landgerichts in Fulda verabschiedet, nur um gestern ihre neue Stelle als Direktorin des Bad Hersfelder Amtsgerichts anzutreten.

Hier wie dort war das mit großem Hallo verbunden: Denn während ihrer viereinhalbjährigen Tätigkeit in Fulda hatte sich die unkomplizierte und meist positiv gestimmte Richterin im Kollegenkreis genauso viele Freunde gemacht wie sie sie 2008 bei ihrem Abschied in Bad Hersfeld zurückgelassen hatte.

Karriere und Rückkehr

So waren die Dankesworte von Landgerichtspräsidentin Ruth Schröder nicht minder herzlich als der am Tag danach folgende Empfang durch die Weggefährten von einst. Da trifft es sich gut, dass die 52-Jährige von sich behaupten kann: „Ich bin dieselbe geblieben. Nur habe ich jetzt mehr Erfahrung.“

Für Kilian-Bock ist die neue Aufgabe neben dem Karriere-Schritt auch eine Rückkehr: Nicht nur in „ihr“ altes Gericht, wo sie schon einmal 17 Jahre gearbeitet hat, sondern auch mit der Zuständigkeit für das komplette Dezernat der Jugendgerichtsbarkeit. Als Jugendrichterin, die mit ihrer direkten Art meist sehr schnell Zugang zu den jungen Leuten auf der Anklagebank oder im Zeugenstand fand, hatte sich Kilian-Bock einst einen Namen gemacht. Und sieht sich mittlerweile auch von höherer Stelle bestätigt: Der jetzt als Bewährungsauflage eingeführte „Warnschuss-Arrest“ ist eine alte Forderung Kilian-Bocks gewesen.

Ihr Stellvertreter Dr. Rolf Schwarz, der zuletzt dem Jugendschöffengericht vorsaß, wird sich nun unter anderem um die Insolvenzabteilung kümmern (siehe unsere Zeitung von gestern).

Von Karl Schönholtz

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