Konzerte im Bad Hersfelder Bach-Haus

Ein Leben für die Musik: Vier Georgier und Armenier zu Besuch in Weißenhasel

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Probe in der Küche: Tata Makharadze, Zhora Sargsyan, Nata Roinshvili und Giorgi Oikaschwili aus Georgien beziehungsweise Armenien sind Stipendiaten des Projekts Kammerton und in der Region zu Gast.

Weißenhasel/Bad Hersfeld. Vier junge Musiker aus Georgien und Armenien sind momentan als Stipendiaten des Projekts Kammerton zu Gast in Weißenhasel. In Deutschland sammeln sie Konzerterfahrung und treten am Wochenende in Bad Hersfeld auf. Wir haben die vier Musiker getroffen.

Man braucht kein Kenner klassischer Musik zu sein, um zu spüren, dass die vier jungen Musiker virtuos spielen, dass sie die Musik lieben und ihr ganzes Gefühl in die traumhaft schöne Darbietung der Serenede eines georgischen Komponisten legen, hier beim Proben zwischen Kühlschrank und Kochnische einer Gästewohnung in Weißenhasel. Das Projekt Kammerton des aus Weißenhasel stammenden Förderers Gerald Wenk hat die Musiker hierher geführt.

Wenk hat Kammerton vor acht Jahren gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ljudmila von Berg gegründet. Das Ziel: junge Musiker aus Georgien mit Stipendien zu unterstützen. Dazu zählt auch eine mindestens jährlich stattfindende Deutschlandreise, die den Musikern eine gemeinsame Zeit und Auftritte vor deutschem Publikum ermöglicht.

Mit Lehrerin in Deutschland

Gerald Wenk

Diesmal sind die beiden 17-jährigen jungen Frauen Nata Roinshvili und Tata Makharadze und der 19-jährige Giorgi Oikaschwili aus Georgien sowie Zhora Sargsyan, 21 Jahre alt, aus Armenien, gekommen, begleitet von der Musiklehrerin Kira Lelashvili. Die Musik liegt ihnen in den Genen. „Musik ist mein Leben, ist alles für mich“, sagt Tata, und Nata blickt sehnsüchtig zu ihrem Instrument: „Die Violine ist meine Seelenfreundin“, sagt sie. Der Wunsch, Berufsmusiker zu werden, ist keine Voraussetzung für die Förderung, aber für Tata, Nata und die anderen steht der Berufswunsch fest. Zhora will Konzertpianist werden, Giorgi Klarinette in einem guten Orchester spielen. Für sie alle ist die Gemeinschaft von Kammerton eine große Familie, die ihnen Türen geöffnet hat. Zhora war schon mehrfach mit Kammerton in Deutschland. Das hat ihn motiviert, deutsch zu lernen, und inzwischen studiert er Klavier in Berlin.

Auftritte wichtig

Besonders wichtig sind für die Musiker natürlich die Auftritte. Es sei gut, das eigene Können zu zeigen, und das Publikum sei sehr freundlich in Deutschland, sagt Georgi. Zum Abschluss ihres zehntägigen Aufenthalts werden sie am Wochenende zwei Mal im Johann-Sebastian-Bach-Haus in Bad Hersfeld auftreten und Werke von Chopin, Beethoven, Liszt und anderen spielen.

Konzerttermine im Bach-Haus in Bad Hersfeld: Samstag, 23. Juli, 16 Uhr, und Sonntag, 24. Juli, 11.30 Uhr.

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