Neuer Reiseführer begibt sich auf Spuren der Märchensammler und Sprachforscher

„Die Grimms sind Hessen“

Sie werben für den neuen Reiseführer: Ministerin Eva Kühne-Hörmann und der Autor Dr. Martin Tschechne präsentierten gestern in der Murhardschen Bibliothek in Kassel „Märchenhaftes Hessen – Auf den Spuren der Brüder Grimm“. Foto: Herzog

Bad Hersfeld. „Die Brüder Grimm sind Hessen“, sagt Dr. Martin Tschechne. Nicht nur die Städte Hanau, Steinau, Marburg und Kassel stünden in enger Verbindung zu den berühmten Brüdern, sondern das gesamte Land sei von ihnen „durchdrungen“. Und das soll mit dem neuen Reiseführer, den der Journalist für die Reihe „Merian live!“ geschrieben hat, deutlich werden. Er erscheint zum Jubiläumsjahr – der erste Band der „Kinder- und Hausmärchen“ ist vor 200 Jahren, im Dezember 1812, erstmals erschienen.

Zusammen mit Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann hat Tschechne den Reiseführer „Märchenhaftes Hessen – Auf den Spuren der Brüder Grimm“ am Freitag in der Murhardschen Bibliothek in Kassel vorab präsentiert, offiziell soll das 160 Seiten starke Buch nach der Buchmesse in Frankfurt, die am 9. Oktober beginnt, erscheinen. Zum Preis von 12,99 Euro.

30 000 Euro vom Land

Das Land Hessen hat den Reiseführer zusammen mit dem im vergangenen Jahr publizierten Merian-Monatsheft „Hessen“ mit 30 000 Euro unterstützt. Mit dem neuen Reiseführer sei „versucht worden, Schätze zu heben, die bislang noch nicht bekannt waren“, sagt Kühne-Hörmann. Durch den Reiseführer werde deutlich, dass die Grimms wesentlich vielschichtiger gewesen seien, als bislang angenommen.

In dem handlichen Buch werden neun Touren durch das ganze Bundesland auf den Spuren der Brüder Grimm vorgestellt: Die erste Tour führt nach Hanau, dem Geburtsort und nach Steinau, wo die Grimms ihre Kindheit verbracht haben. Eine andere Tour beschäftigt sich mit der Studienzeit der beiden in Marburg. Bei der Kasseler Tour geht es um die Karriere der Märchensammler und Sprachforscher. Anhand der Lebensgeschichte der Brüder Wilhelm und Jacob erfährt man Wissenswertes über die Geschichte der Stadt. Entstanden ist ein erzählender Reiseführer mit praktischen Tipps für Kultur, Unterhaltung und zur Einkehr. Natürlich führt eine Tour auch zum Reinhardswald und zur Sababurg.

Aber was haben Jacob und Wilhelm Grimm im Odenwald getrieben? Das beleuchtet die Tour zur Bergstraße und in den Odenwald, durch den die sagenumwobene Nibelungenstraße führt. „Die Brüder Grimm waren hier nicht überall“, sagt der Autor. Sie seien aber durch diese Orte und Landschaften beeinflusst worden.

Die Ministerin hofft, dass die erste Auflage des Reiseführers – das sind 10 000 Exemplare – schnell vergriffen sein werden. Anlässlich des Jubiläums organisiert das Land zudem an der Universität Kassel den ersten internationalen Wissenschafts-Kongress zu Grimm, bei dem Teilnehmer von allen Kontinenten im Dezember über ihre Forschungen diskutieren werden. Auch die Vorbereitungen für die Landesausstellung Grimm in der documenta-Halle liefen auf vollen Touren, sagt die Ministerin.

Alle Projekte für das Jubiläumsjahr stehen im Internet unter www.grimm2013.de.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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