Schon 9,1 Prozent der 1100 Erstklässler 2010 übergewichtig

Dicke Schulkinder im Kreis nehmen zu

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Hersfeld-Rotenburg. 9,1 Prozent der Kinder, die in diesem Jahr im Kreis Hersfeld-Rotenburg eingeschult wurden, sind zu dick. Das geht aus der Statistik der beiden Schulärztinnen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hervor. In den fünf Jahren davor hatte der Anteil der Schulänfänger die übergewichtig oder fettleibig (adipös) waren, bei 8,1 Prozent gelegen.

Zum Vergleich: Hessenweit wurden in diesem Jahr 10,6 Prozent der zur Einschulung angemeldeten Jungen und Mädchen als zu dick eingestuft. Diese Angaben veröffentlichte das Kultusministerium zum Schulanfang. Maßstab ist der sogenannte Body-Mass-Index, bei dem das Körpergewicht durch die Größe in Metern zum Quadrat dividiert wird.

Oma kocht noch was

Dass unser Landkreis vergleichsweise beruhigend abschneidet, führen die Schulärztinnen auf die überwiegend ländliche Struktur zurück. Hier haben Schulkinder noch eine Oma, die nach der Schule mit einem ordentlichen Mittagessen wartet, wenn die Eltern an der Arbeit sind und das Kind hungrig nach Hause kommt,

Schulärztin Ina Siemers und ihre Kollegin Adelheid Merle untersuchten seit dem Herbst 2009 die Schulanfänger des laufenden Jahres nicht nur auf deren körperliche Konstitution, sondern testeten auch die Grob- und Feinmotorik, die sinnliche Wahrnehmung beim Hören und Sehen sowie die kognitive Wahrnehmung. Dabei kommt es darauf an, dass ein Kind beispielsweise nicht nur eine Ente sieht, sondern auch sagen kann, um was es sich dabei handelt. Dabei hat Ina Siemers beobachtet, dass bei den Schulanfängern die Sprachauffälligkeiten zunehmen. Das heißt beispielsweise, dass es Kindern schwer fällt, Silben nachzusprechen, ein „s“ von einem „sch“ zu unterscheiden oder Worte sinnvoll zu ergänzen. Zehn Prozent der Kinder leiden an sogenannter Dyslalie. ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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