Kantoreikonzert mit Werken von Anton Dvorák, Max Reger und Franz Schubert

Ein dichtes Klangpanorama

Alles gegeben: Unter der Leitung von Kantor Sebastian Bethge zeigten die Sängerinnen und Sänger der Bad Hersfelder Kantorei und die Musiker des Südthüringischen Kammerorchesters, was in ihnen steckt. Foto: nh

Bad Hersfeld. Seine Linie, „den Zugang zur Kultur allen, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, möglich zu machen“, verfolgt Kantor Sebastian Bethge weiter. Nach dem Weihnachtsoratorium zum Jahresende 2015 war auch der Eintritt zum Kantoreikonzert am Sonntag kostenlos – dank etlicher Sponsoren, Konzertpaten und Publikumsspenden. Die Stadtkirche war gut, wenn auch nicht komplett besetzt. Das Programm schlug mit drei eingängigen, doch nicht allzu bekannten Stücken einen milden, verhaltenen Ton an.

Am auffälligsten Antonín Dvoráks Serenade E-Dur op. 22 für Streichorchester mit ihren fünf Sätzen, zusammengebunden aus thematischer Arbeit, Volksmusikanklängen, Liedhaftem und Tänzerischem. Man hat dafür eine satte, sonore Streicherbesetzung im Ohr. Doch was die nur zwölf Instrumentalisten des Südthüringischen Kammerorchesters (acht Damen, vier Herren – verteilt auf vier erste, drei zweite Violinen, je zwei Violen und Violoncelli, einen Kontrabass) boten, verdient alle Achtung: Einen sicheren, festen und doch geschmeidigen Bogenstrich, eine hellhörige Interaktion der Gruppen, ein dichtes, nuanciertes Klangpanorama.

Was oft von Sportlern zu hören ist, das sie „Alles geben“, hier zeigten es einmal junge Musiker, vorbildlich angeleitet von ihrer Konzertmeisterin Almut Seidel (Violine I). Das Lyrische Andante des Jubilars Max Reger (100. Todesjahr 2016) war als knappe, idyllische Zugabe zu verbuchen.

Für Franz Schuberts Messe G-Dur D 167 (D = Werkverzeichnis von Otto Erich Deutsch) war nun wirklich der Dirigent gefragt. Sebastian Bethge erzielte mit großräumigen Armbewegungen eine flüssige, vollmundige, steigerungsfähige Wiedergabe des kaum halbstündigen Werkes.

Solisten aus der Kantorei

Gut aufgelegt die Hersfelder Kantorei, in deren engagierten Reihen sogar die Vokalsolisten mit nicht ganz anspruchslosen Aufgaben zu finden waren: Maria Fürthaler, Ruth Lorey-Koch, Axel Saure und Hans-Michael Schuhmann. Auch hier galt: Wir geben alles. Ermunternder Applaus als Belohnung.

Von Siegfried Weyh

Kommentare