In Weißenhasel gestrandet – Nothilfe vom Kreis

DGB: Umgang mit Rumänen skandalös

Hersfeld-Rotenburg. Harte Kritik übt der nordhessische DGB-Geschäftsführer Michael Rudolph am Umgang mit 16 Rumänen, die im Nentershäuser Ortsteil Weißenhasel in einem Gasthof gestrandet waren. (Unsere Zeitung hatte den Fall am Samstag publik gemacht.)„Der Fall der Rumäninnen und Rumänen, die für den hiesigen Arbeitsmarkt angeworben worden sind und von den privaten Vermittlern ohne Wohn- und Arbeits- oder Ausbildungsstätte fallen gelassen wurden, ist skandalös“, betont Rudolph in einer Pressemitteilung. „Da wird die Not der Menschen schamlos ausgenutzt, um Geld zu machen“.

„Erst versprechen private Vermittler Ausbildung und Unterkunft und dann, wenn die jungen Menschen ihre Heimat verlassen haben, lässt man sie hängen. Mit den Wünschen und Hoffnungen junger Menschen aus Krisenstaaten so umzugehen, ist schäbig“, so Michael Rudolph weiter.

Dass die Erste Beigeordnete des Landkreises, Elke Künholz, die Initiative ergriffen habe, um ihnen im Rahmen der einmaligen Nothilfe Unterstützung zu gewähren, sei sehr gut gewesen, erklärt Rudolph. Die Verantwortung für die missliche Lage der Kolleginnen und Kollegen liege aber bei der privaten Vermittlung, die diese Situation verursacht habe. „Neben der Vermittlung in die versprochene Ausbildung heißt das im Zweifel auch, alle entstehenden Kosten zu tragen“, fordert der Gewerkschafter.

Tipps für Ausländer

Weiter verweist der DGB auf die, für solche Anwerbungen vorgehaltenen Strukturen der Bundesagentur für Arbeit. Rudolph rät Arbeitnehmern aus dem Ausland erst dann den Schritt nach Deutschland zu gehen, wenn sie unterschriebene Arbeits- oder Ausbildungsverträge haben sowie Unterkunft und Kostenübernahme abschließend geklärt sind. „Die Zentrale Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet für Interessierte Möglichkeiten, transparent und seriös Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu werben. Dafür gibt es hochqualifizierte Beschäftigte, die sich bei der BA darum kümmern.“

Zudem sei wichtig, dass in den Herkunftsländern muttersprachlich beraten werde und bereites dort erste Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialrecht erfolgten. (red/dup)

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