Folgen im Kreis spürbar / Nicht genug Jobs

DGB: Rente mit 67 erhöht Altersarmut

Hersfeld-Rotenburg. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor steigender Altersarmut und fordert den sofortigen Stopp der Rente mit 67. Der nordhessische DGB-Chef Michael Rudolph, warnt, dass die Altersarmut in Kreis Hersfeld-Rotenburg schon jetzt deutlich zu spüren sei.

Aufgrund der Rentenkürzungen lägen die Altersrenten im Regierungsbezirk Kassel im Schnitt nur noch bei 655 Euro und somit niedriger als im Bundesdurchschnitt (706 Euro), heißt es in einer Pressemeldung. Die gesetzliche Rente müsse wieder „armutsfest“ werden. Ein ersten Schritt sei ein Stopp der Rente mit 67, weil sie die Altersarmut zusätzlich verschärfe. Nach DGB-Berechnungen muss in Nordhessen fast jeder sechste Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Renten-Abschläge hinnehmen.

Der Arbeitsmarkt im Kreis biete trotz guter Zahlen nicht genügend Jobs für Ältere. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seien nur 15,9 Prozent aller 60- bis 64-Jährigen im Kreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein noch schlechterer Wert als auf Bundesebene mit 20,6 Prozent.

Mehr als jeder Dritte aller Erwerbslosen im Kreis sei älter als 50 Jahre. „Den meisten dieser über 1000 Menschen wird ein Wiedereinstieg in Beschäftigung nicht gelingen“, fürchtet Rudolph. Der DGB will am 19. November in Kassel gegen die Pläne demonstrieren. (kai)

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