Wiedervereinigung als gemeinsames Thema

Landrat regt Erfahrungsaustausch mit Korea an

Fast wie bei einem richtigen Staatsbesuch: Von links Timo Lübeck, Landrat Dr. Michael Koch und Stefan Samse von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Seoul auf der „Fototreppe“ vor dem koreanischen Parlamentsgebäude. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld/Seoul. Deutschland und Korea haben eine traurige Gemeinsamkeit: Die Teilung des Landes. Für viele Südkoreaner ist Deutschland heute ein leuchtendes Vorbild, weil hier die Wiedervereinigung geklappt hat, die in Korea wohl noch in weiter Ferne liegt, dennoch aber oberstes Staatsziel ist.

Nach einem Besuch auf der koreanischen Halbinsel hat Landrat Dr. Michael Koch deshalb vorgeschlagen, Kontakt zu einer Grenzregion in Südkorea aufzubauen, um dort die deutschen Erfahrungen mit der Wiedervereinigung zu teilen. In der südkoreanischen Hauptsstadt Seoul hatte Koch gemeinsam mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Timo Lübeck als Referent an einer Fachtagung der Konrad-Adenauer-Stiftung teilgenommen hat. Thema der hochkarätig besetzten und gut besuchten Konferenz war die Entwicklung der Gebiete entlang der innerdeutschen Grenze vor und nach der Wiedervereinigung sowie mögliche Lehren für die koreanische Halbinsel.

Gespräche mit Vertretern

Außerdem nutzten die beiden Hersfelder CDU-Politiker ihren Besuch für Gespräche mit politischen Parteien, Wissenschaftlern, Studenten und Vertretern der deutschen Wirtschaft in Seoul. Auch ein Besuch an der hermetisch abgeriegelten Grenze zu Nordkorea stand auf dem Programm der dreitägigen Reise.

„Das Interesse unserer südkoreanischen Gesprächspartner hat mich positiv überrascht. Es hat mir einmal mehr den unschätzbaren Wert der deutschen Wiedervereinigung vor Augen geführt“, sagte Koch. „Als Vertreter einer ehemalige Grenzregion, aber auch als jemand, der zwei Drittel seines Lebens auf der West- und ein Drittel auf der Ostseite verbracht hat, empfinde ich es als Verpflichtung, mit unseren Erfahrungen und unserem Wissen Korea zur Seite zu stehen.“

Der Landrat hat auch seinen Amtskollegen Reinhard Krebs aus dem Wartburgkreis von seiner Idee eines engen inhaltlichen Austauschs mit einer koreanischen Grenzregion überzeugt. „Unsere beiden Landkreise, die über das Werratal eng verbunden sind, stehen in besonderer Weise für das Gelingen der Wiedervereinigung Deutschlands. Dieses Glück sollten wir exportieren. Zugleich kann Korea vielleicht aus gemachten Fehlern lernen“, so Koch. Auch die Innenministerien von Thüringen und Hessen haben bereits Unterstützung für Kochs Vorschlag signalisiert.

Begeistert von der Idee

Der CDU-Kreisvorsitzende Timo Lübeck ist von der Idee begeistert. „Die Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen war der größte Glücksfall für unsere Region. Wenn wir mit unseren Erfahrungen einen kleinen Beitrag zur Annäherung der Menschen in den koreanischen Grenzgebieten leisten können, lohnt sich der Einsatz bestimmt.“

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