Anika aus Beiershausen bringt als Au-pair den Nikolaus in amerikanische Großfamilie

Deutscher Advent in USA

Anika Fisahn weit weg von zu Haus: Als Au-pair hat sie Abigail (9 Jahre, von links), Jillian (8), Maggie (6), Lucy (4) und Oliver (1) die deutsche Nikolaustradition mit Süßigkeiten in den Stiefeln nach Neuengland gebracht und für die Rasselbande auch Adventskalender mit Überraschungssäckchen an Kordeln organisiert. Foto: privat

Neuengland/USA. Fünf gefüllte Adventskalender hängen untereinander vor einem der drei Kamine. Fünf mit Süßigkeiten prall gefüllte Stiefel stehen, der Größe nach geordnet und in einer Reihe, vor der Tür. Nein, dies ist eben kein deutsches Haus. Es ist das großzügige Heim meiner amerikanischen Gastfamilie von Sarah und Spencer Thrall, bei der ich nun schon seit fünf Monaten lebe und arbeite und wo ich mich sehr wohl fühle.

Deutscher Nikolaus kommt

Jetzt, im Advent, kann ich endlich auch einmal zeigen, was die deutsche Kultur zu bieten hat. So stürmten am Morgen des Nikolaustages, am 6. Dezember, fünf strahlende Kinder zu ihren Stiefeln, um zu sehen, was denn wohl der deutsche Nikolaus ihnen in der Nacht gebracht hat.

Eine aufregende Premiere, denn weder der geliebte deutsche Kinderbeschenker, noch beispielsweise die Adventskalender gehören hier zur Vorweihnachtszeit. Fünf selbstgebastelte Adventskordeln mit kleinen Geschenksäckchen für jeden Tag bis Weihnachten hat meine Mutter für die Rasselbande über den Atlantik geschickt. Das war vielleicht ein Hallo!

Noch vor wenigen Tagen bekamen meine Gastkinder in der Kirche übrigens über den Bischof St. Nikolaus einiges beigebracht. Und auch ich lerne hier in Amerika durch andere deutsche Au-pairs noch hinzu, dass Nikolaus selbst in Deutschland nicht überall gleich gefeiert wird. Bei uns in Connecticut jedenfalls haben wir das ganz hessisch gehalten mit den Stiefeln vor der Tür. Eben so, wie ich es kenne.

Weihnachten nach Erntedank

In Amerika wird Weihnachten bereits nach Thanksgiving, dem Erntedank, eingeläutet. Die Leute kaufen in Scharen Weihnachtsbäume und die werden dann natürlich auch gleich aufgestellt und geschmückt. Da wird nicht bis Weihnachten gewartet.

Meine Gastfamilie hat die Tradition, jedem Kind jedes Jahr ein Ornament zu schenken, das zu dem vergangenen Jahr passt. So hat zum Beispiel Abigail bei ihrer Einschulung einen Schulbus bekommen. Auch die Au-pairs bekommen ein Ornament, das typisch für ihr Land ist. So hatte meine Vorgängerin, die ebenfalls aus Deutschland kam, ein großes Bier-Ornament bekommen, das jetzt als Erinnerung wieder den Weihnachtsbaum schmückt. Mal sehen, womit ich überrascht werde.

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