Der Städtespielverlag Lassner produziert Quiz-Memories für über 600 deutsche Städte

Denkmäler für Zuhause

Eine von über 600 verschiedenen Ausgaben: Das Bad Hersfeld-Spiel erfand Birgit Lassner vor rund 15 Jahren. Viele deutsche Städte folgten dem Vorbild und bestellten eigene Versionen. Fotos:  Deppe

Bad Hersfeld. Ob Feuermeister, Lingg-Denkmal oder Stiftsruine – was in Bad Hersfeld Tradition hat, ist auch im gleichnamigen Quiz-Memory des Städtespielverlages von Harald und Birgit Lassner zu finden.

60 Spielkarten umfasst eine Ausgabe. Abweichend vom bekannten Memoryprinzip ist jede Karte zusätzlich mit einer Quizfrage zur abgebildeten regionalen Sehenswürdigkeit oder Tradition versehen. Das passende Gegenstück liefert – ebenfalls in Form einer Frage – die Antwort. Da das Spiel verschiedene Spielvarianten bietet, eignet es sich für Kinder bereits ab dem Grundschulalter. Doch auch für ältere Menschen ist das Spiel eine Herausforderung. „Die Enkel gewinnen beim Memory, die Großeltern beim Quiz“, sagt Birgit Lassner.

Zuviel Text

Die Idee zum „Bad Hersfeld-Spiel“ kam den Lassners als ihr Sohn vor rund 15 Jahren im Heimatkundeunterricht mit einem Bildband über Bad Hersfeld die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernen sollte. Zuviel Text, fand Birgit Lassner und entschied sich, nach einer spielerischen Lernmöglichkeit zu suchen. Die Idee zur Umsetzung als Quiz-Memory kam der gelernten Designerin dann beim Schauen eines TV-Wissensquiz.

Inzwischen gibt es das Spiel für über 600 deutsche Städte und die zeigen sich bei den Aufträgen häufig kreativ. So ließ die niedersächsische Gemeinde Buchholz eine Version in Französisch drucken – als Geschenk für die Partnerstadt. In Flensburg wird das Spiel auch in Dänisch vertrieben, sogar in lateinischer Sprache wurden bereits Ausgaben bestellt. Motive und Fragen aus den Städten liefern freie Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit den Fremdenverkehrsbüros. Die Fotos für die Bad Hersfelder Ausgabe hingegen hat Klaus-Martin Lassner, Sohn des Unternehmerehepaars, selbst geschossen. Vor allem Städte, die kulturell viel zu bieten haben, bestellen immer wieder Spiele nach. „Für Aachen oder Mainz könnte man fast einen Dauerauftrag einrichten“, sagt Harald Lassner.

Ideenschmiede

Der Firmenstandort an der Friedloser Straße ist eine wahre Ideenschmiede. In vierter Generation betreibt das Ehepaar Lassner dort ein Plissee-Unternehmen. Wegen der sogenannten Auslandsflucht im Textilgewerbe – der vermehrten Produktion außerhalb von Europa – mussten sich die Unternehmer ein zweites Standbein schaffen. So entschied sich das Ehepaar, in digitale Drucktechnik zu investieren – mit Erfolg. In Kooperation mit dem Schulranzenhersteller Scout produzieren die Lassners Namensschilder zum Aufkleben. Als die Idee zum Städtememory kam, waren die benötigten Druckmaschinen daher schon vorhanden. Zwischen 5000 und 20 000 Spiele druckt die Firma pro Jahr. Inzwischen kam noch ein weiterer Unternehmenszweig hinzu. Seit November betreiben die Lassners ein Geschäft für Schulzubehör und Taschen, ebenfalls an der Friedloser Straße.

Das Bad Hersfeld-Spiel gibt es für 16,80 Euro im Schulzeit-Shop an der Friedloser Straße 28 oder in der Hoehlschen Buchhandlung, Weinstraße 21, zu kaufen.

Von Lasse Deppe

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