Demonstrationen im Doppelpack

Liebe Leser und Leserinnen im Hersfelder Land, zwei Demonstrationen in einer Woche - das hat es im Wartburgkreis schon lange nicht mehr gegeben! Ein Zeichen höchster Unzufriedenheit, das ernst zu nehmen ist.

In Bad Salzungen protestierten rund 300 Schüler auf dem Marktplatz, weil zu viele Stunden ausfallen und Lehrer fehlen. In den Schulen schwelt das Lehrer-Problem schon länger. Der Ausfall langzeitkranker Lehrer kann oft nicht kompensiert werden. Da wird mal eben dauerhaft eine Chemie-Stunde in der Woche aus dem Stundenplan gestrichen. Leidtragende sind die Schüler, denn keiner kümmert sich, wie der nicht geschaffte Unterrichtsstoff nachgeholt wird. Was über die Schulelternsprecher in vielen Fällen ergebnislos angeprangert wurde, haben die Schüler nun lautstark kundgetan. Und das war richtig!

Auf die Straße gegangen sind auch die Leimbacher Bürger. Der Nachbarort der Kreisstadt Bad Salzungen leidet unter der stark befahrenen Bundesstraße, vor allem das kleine Kaiseroda. Hier gibt es noch nicht einmal einen durchgehenden und sicheren Gehweg. Seit Jahren kämpfen Bürgerinitiative und Gemeindevertreter um die Weiterführung der dringend benötigten Ortsumgehung. Auch hier führten zunächst freundlich vorgetragene Bitten und später deutlich formulierte Protestschreiben nicht zum gewünschten Erfolg. Obwohl Baurecht vorliegt, ist ein Baustart nicht in Sicht. Deshalb fährt die Bürgerinitiative härtere Geschütze auf und sperrte nicht zum ersten Mal kurzzeitig die Bundesstraße. Erhebliche Staus waren die Folge.

Keinen Grund, auf die Straße zu gehen, haben die Bürger der Stadt Geisa. Sie bekommen ihr Kulturhaus schickgemacht. Das Haus aus dem Jahr 1953 soll eine neue Heizung, neuen Bodenbelag, eine neue Bühne und frische Farbe erhalten. Geschätzte Kosten: rund 2,5 Millionen. Dabei kommt die Stadt in den Genuss von Fördermitteln. Eine schöne Sache.

susanne.moeller@stz-online.de

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