AfD und "Bunt statt braun" nutzten Besuch von Außenminister Steinmeier für Protest

Demonstrationen beim Hessengipfel der SPD in Friedewald

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 Die AfD demonstrierte am Rande des Hessengipfels in Friedewald.

Friedewald. Parallel zum Hessengipfel der SPD in Friedewald gab es am Freitagabend zwei Demonstrationen - die Alternative für Deutschland protestierte gegen den Auftritt des Außenministers Frank-Walter Steinmeier.

Ein Bündnis aus Linke und "Bunt statt braun" hatte zur Gegendemonstration aufgerufen.

Die AfD versammelte sich etwas abseits des Hessengipfels im Hotel Prinz von Hessen auf dem Roten Platz in Friedewald. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 120 Teilnehmer an der „Friedensdemonstration“ ein, zu der der AfD-Kreisvorsitzende Gerhard Schenk eingeladen hatte. Aktualisiert um 19.06 Uhr

Aktualisiert um 19.10 Uhr

Er forderte Steinmeier aus der Ferne auf, die Bundeswehr müsste sich aus allen Auslandseinsätzen zurückziehen: Zur Flüchtlingssituation in Deutschland sagte Schenk, seit den Übergriffen der Silvesternach „kennen wir die Brutalität von nicht wenigen dieser ,Neubürger‘ gegenüber Frauen.“ Dem „durchschnittlichen Flüchtling“ sprach er ab, tatsächlich auf der Flucht zu sein: „In echten Fluchtsituationen werden Frauen und Kinder in Sicherheit gebracht, und die Männer kämpfen zu Hause für das Recht.“

Friedewald: AfD und Bündnis nutzen Hessengipfel für Protest

Gegen 18.30 Uhr zogen die Teilnehmer der AfD-Kundgebung unter "Merkel-muss-Weg"-Rufen durch die Gemeinde. Dabei stießen sie auf die rund 60 Teilnehmer der Gegendemonstration. Die Polizei, die mit einem großen Aufgebot vor Ort ist, hielt beide Gruppen strikt getrennt.

Nach dem "Friedensspaziergang" ergriff noch der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann das Wort. Mit teils sarkastischen Bemerkungen über Willkommenskultur und die Regierung erntete er viel Beifall von den Teilnehmern.

Für Toleranz und Solidarität sprachen sich die rund 60 Teilnehmer der Gegendemonstration aus, die gemeinsam ein Zeichen „gegen die Demagogen vom rechten Rand“ setzen wollten. Für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sei kein Platz im Kreis Hersfeld-Rotenburg. "Wenn die AfD sich als friedensstiftend präsentiert und glaubt, hierdurch Wähler abfischen zu können, ist dies eine kaum zu überbietende Dreistigkeit", hatten die Organisatoren der Mahnwache schon in der Einladung zu selbiger geschrieben.

Das Bündnis "Bunt statt braun" hatte zu einer Mahnwache aufgerufen.

Bei der kurzen, von der Polizei überwachten Begegnung im Bereich Schlossstraße/Mühlwiese beider Gruppen wurde es zwar etwas lauter, aber alles blieb friedlich. (mcj/nm)

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