Signal soll verhindern, dass Verwirrte alleine das Haus verlassen

Demenz: Mikrochip schützt viele Senioren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor Verlaufen

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Hersfeld-Rotenburg. Immer wieder kommt es vor, dass verwirrte Senioren sich verlaufen und als vermisst gemeldet werden. Im Landkreis Hersfeld Rotenburg waren es in den vergangenen Jahren acht ältere Menschen, die von der Polizei gesucht wurden.

Für sie kann so ein Ausflug schnell gefährlich werden, wenn lebenswichtige Medikamente nicht rechtzeitig eingenommen werden können oder wenn sie bei Kälte und Regen umherirren.

 Einige Senioreneinrichtungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg setzen deshalb inzwischen auf elektronische Sicherungssysteme. Demenzkranke erhalten kleine Sender, die im Schuh oder an der Kleidung befestigt werden oder in Uhren angebracht sind. Die machen dann das Pflegepersonal darauf aufmerksam, wenn jemand das Haus verlässt, der besser nicht alleine spazieren gehen sollte, weil er oder sie möglicherweise nicht mehr zurückfindet.

Maßnahmen, die die persönliche Freiheit einschränken, müssen in bestimmten Fällen gerichtlich angeordnet werden. Chips oder Uhren, die lediglich ein Signal geben, wenn jemand das Haus verlässt, werden von den Betreuungsrichtern am Amtsgericht Bad Hersfeld jedoch nicht als freiheitsentziehende Maßnahmen eingeordnet, erklärt Richter Rolf Schwarz. Da reiche die Zustimmung der Angehörigen beziehungsweise die Genehmigung des Betreuers aus.

Gute Erfahrungen mit so genannten Dementen-Uhren hat auch das AWO-Senioren- und Pflegezentrum in Heringen gemacht, teilt die stellvertretende Pflegedienstleiterin Nadine Linß mit. So könnten Gefahren verringert werden, meint sie.

Auch im Brigitte-Mende-Haus in Bebra tragen einige Bewohner mit Hinlauftendenz die Melder wie eine Uhr am Handgelenk, erklärt Leiterin Daniela Leuthold. Eingesetzt werden sie seit 2007.

 In der Mehrheit der Seniorenheime im Kreis werden allerdings keine solchen Systeme genutzt.

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