Lehárs unsterbliche Operette „Das Land des Lächelns“ als Gastspiel in Bad Hersfeld

Dein ist mein ganzes Herz

„Land des Lächelns“ in Bad Hersfeld: Markus Exner (rechts) erzählte die Liebesgeschichte von Lisa (Beatrice Forler) und Prinz Sou-Chong (Matthias Pagani). Graf Gustav von Pottenstein (Luth Thase) flirtete auch heftig mit Mi (Anna-Mari Takenaka). Tschang (Erwin Geisler) führte ein strenges Regiment am Hof. Ganz links eine der jungen Wiener Damen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Lachen und Weinen, Liebesglück- und schmerz, Dramatik und Romantik pur bietet die Operette „Das Land des Lächelns“ aus der Feder von Franz Lehár, die seit der Uraufführung 1929 nichts von ihrer verführerischen Beliebtheit verloren hat.

Die Landesbühne Rheinland-Pfalz präsentierte die gelungene Inszenierung von Egon Baumgarten unter der musikalischen Leitung von Stephan Ohm in der gut besuchten Bad Hersfelder Stadthalle, was auch ohne Live-Orchester bestens funktionierte.

Bekannte Melodien

Die Operettenfreunde, die Schnee und Eis getrotzt hatten, ließen sich von den Stimmen namhafter Solisten in den Hauptrollen verzaubern und schwelgten spürbar in den beliebten und bekannten Melodien, von denen die sentimentale Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ des chinesischen Prinzen Sou-Chong (Matthias Pagani) die berühmteste ist.

Der Prinz schenkt sein Herz der Wiener Grafentochter Lisa (Beatrice Forler), die die Warnungen ihres Vaters Ferdinand Lichtenfels (Erwin Geisler) ignoriert und dem charmanten Chinesen in den fernöstlichen Palast folgt, wo Onkel Tschang (ebenfalls Erwin Geisler) ein strenges Regiment führt. „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt?“, fragt sich das immer noch selig mit sich selbst beschäftigte Paar.

Die Liebe scheitert

Die Liebe scheitert jedoch letztendlich im Netz der politischen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten. Den Flirt mit dem ungemein reizvollen Exotischen bezahlt Lisa mit Heimweh und sozialen Zwängen.

Ein Lichtblick ist die Freundschaft zu Mi (Anna-Mari Takenaka), der quirligen Schwester des Prinzen Sou-Chong, die mit ihrer unwiderstehlichen Soubretten-Stimme und ihrem verschmitzten Spiel der Publikumsliebling des Abends war.

Graf Gustav von Pottenstein (Lutz Thase), ein heißer Verehrer von Lisa, bewährt sich letztendlich als Fluchthelfer.

Hübsch anzuschauen waren die vier jungen, wie Puppen herumstehenden Wiener Damen, wirkten aber auch als tanzende Mandschu-Bräute seltsam steif.

Über Kulturgrenzen hinweg

Markus Exner führte geschickt durch die schlichte Handlung, die mit ihren Beziehungen über Kulturgrenzen hinweg aktueller denn je ist. Lächelnde Gesichter im Zuschauerraum und lang anhaltender und begeisterter Applaus belohnten die Protagonisten.

Von Gudrun Schmidl

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