Bad Hersfeld: Abwassergebühren könnten um 30 Prozent steigen

Deftige Erhöhung droht

Bad Hersfeld. Den Einwohnern von Bad Hersfeld droht der nächste Preisschock: Um bis zu 30 Prozent könnten ab nächstem Jahr die Abwassergebühren steigen. Das berichtete Martin Bode, Leiter des städtischen Abwasserbetriebs, jetzt vor dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung.

Die deftige Erhöhung ist allerdings noch keine beschlossene Sache, sondern fußt auf einem Gutachten, das von Zinssätzen bei den kalkulatorischen Kosten ausgeht, die so nicht eintreffen müssen. Außerdem geht man bei einer Gebührenerhöhung von 25 bis 30 Prozent davon aus, dass die Sätze dann mindestens drei Jahre lang stabil bleiben können – eine Politik, die sich in der Vergangenheit bewährt hat.

Alternativen vorlegen

Der Ausschuss bat jedoch darum, Alternativrechnungen vorzulegen, die von niedrigeren Zinsannahmen ausgehen. Diese sollen bis zur Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag nachgereicht werden.

Wie üblich ließen sich die Stadtverordneten von Stadtkämmerer Wilfried Herzberg über die aktuelle Haushaltslage informieren. Die entspricht derzeit in etwa den Planungen. So werden die Ansätze bei der Einkommensteuer und der Grundsteuer aller Voraussicht nach erfüllt.

Dass bei der Gewerbesteuer 8,8 von erwarteten neun Millionen Euro in Sollstellung sind, ist nur auf den ersten Blick eine beruhigende Nachricht, denn wie die vergangenen Jahre schmerzlich gezeigt haben, kann sich das von heute auf morgen ändern – in beide Richtungen.

Noch dazu fließen momentan anderenorts die Gewerbesteuern reichlich. Dass ausgerechnet der Wirtschaftsstandort Bad Hersfeld nicht von dieser Entwicklung profitiert, konnte auch Kämmerer Herzberg nicht nachvollziehen.

Von Karl Schönholtz

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