Landrat Schmidt strebt ausgeglichenen Kreis-Etat bis 2015 an

Defizit schrumpft, weil Konjunktur brummt

Dr. Karl-Ernst Schmidt

Hersfeld-Rotenburg. Das Finanzloch im Kreishaushalt wird immer kleiner: 5,7 Millionen Euro fehlen im kommenden Jahr an einem ausgeglichen Etat. Damit reduziert sich das Defizit gegenüber 2012 um rund 1,5 Millionen Euro. „Wir sind auf einem guten Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2015“, sagte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt gestern bei der Einbringung des Haushaltsplans im Kreistag.

Schmidts Optimismus resultiert aus der derzeit guten Konjunktur und den positiven Steuerprognosen. „Der Kreis profitiert jetzt zeitversetzt von den guten Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden“, sagte er. Auch die stufenweise Übernahme der Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung durch den Bund bringe dem Kreis eine spürbare finanzielle Entlastung. Dennoch bestünden weiterhin Unwägbarkeiten vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise.

Insgesamt stehen im Jahr 2013 Einnahmen von 165,8 Millionen Euro Ausgaben von 171,5 Millionen Euro gegenüber. Der größte Ausgabenposten sei dabei weiterhin der Bereich Arbeit und Soziales, der allein 44 Prozent der Aufwendungen ausmache.

Mit dem erwarteten Fehlbedarf von 5,7 Millionen Euro nimmt der Kreis Hersfeld-Rotenburg den dritten Platz aller hessischen Landkreise ein. Nur Schwalm-Eder (3,4 Millionen) und Marburg-Biedenkopf (5,5 Millionen) stehen finanziell besser da. Keiner der 21 Landkreise in Hessen konnte im vergangenen Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Dennoch sei bei uns kein Spielraum für größere Ausgaben.

Besonders stolz ist Landrat Schmidt, dass die Kreis- und Schulumlage unverändert bei 55,5 Prozent bleibt. Deutliche Kritik übte der Landrat an der mangelhaften Finanzausstattung der Gemeinden durch das Land. (kai) Morgen Mehr Hintergrund, Zum Tage

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