Renaturierung der Geis im Schildepark – Neues Bachbett schon bis Weihnachten

Deckel auf, Geis raus

Guter Plan: Staatssekretär Mark Weinmeister (Mitte) mit dem Entwurf für den erholsamen und naturnahen Bereich des Schildeparks, die so genannte Plaza, die im September 2011 fertig sein soll. Links Schildepark-Projektleiter Hartmut Boehmer, rechts der amtierende Bürgermeister Prof. Lothar Seit und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Im Hintergrund Stadtverordneter Hartmut Ziehn und Magistratsmitglied Valentin Wettlaufer. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Auf der frischen Betonplatte, die einmal den Hauptzugang zur Wissens- und Erlebniswelt Wortreich und zur Lehrlingswerkstatt sein wird, wehte gestern ein frischer Wind. Im Untergrund rauschte die vom Regen angeschwollene Geis.

Doch das Warten lohnte sich für die Behördenvertreter, Leute vom Bau und die Vertreter der städtischen Gremien, denn der verspätete Staatssekretär Mark Weinmeister aus dem Landwirtschaftsministerium hatte sich als Geldbriefträger angekündigt.

Inmitten der Großbaustelle, in der bis zur Fertigstellung mindestens 31 Millionen Euro verbuddelt werden, brachte Weinmeister einen Zuschuss über 320 000 Euro für die Renaturierung der Geis auf weiteren 75 Metern.

Gut bedacht

Die ganze Aktion kostet runde 430 000 Euro. Das Land trägt drei Viertel der Kosten. Schon ab Montag graben die Baggerfahrer der Baufirma Räuber der Geis ein neues, provisorisches Bachbett.

Parallel dazu wird der Betontrog, der das Gewässer seit den Gründertagen des Maschinenbau-Pioniers Benno Schilde einzwängt, für immer aus dem Boden herausgerissen.

Zwischen dem Durchlass über den die Benno-Schilde-Straße führt, bis zur sogenannten Stockwerkshalle bekommt die Geis wieder ein natürliches Bachbett.

Das inmitten eines engen Baufeldes abzuwickelnde Bauvorhaben wurde durch das Regierungspräsidium Kassel in einer Rekordzeit von nur acht Wochen genehmigt.

Maßgeblich an der schnellen Umsetzung beteiligt waren der Abteilungsleiter Ernst Bergbauer sowie die kooperative Leiterin des Dezernates für oberirdische Gewässer und Hochwasserschutz, Sabine Kaemling. Beide waren Gäste der Bescheidübergabe. Die erfahrene Bad Hersfelder Firma Räuber hat nach einer Vielzahl von Renaturierungsmaßnahmen im Bereich der Fulda und dem ersten Abschnitt zur Umgestaltung der Geis auch den neuen Auftrag erhalten.

Bach wird umgeleitet

In der ersten Phase wird der Betondurchlass freigelegt, damit die Geis südlich des Durchlasses umverlegt werden kann. Damit sind die nötigen Vorkehrungen getroffen, um den Betondurchlass abschnittsweise abbrechen zu können. Parallel zur östlichen Seite der Geisbrücke werden Wände betoniert, um den Bach aus der Stadt zu halten. Der Querschnitt der Geis wird auf eine Breite von bis zehn Metern erweitert. Rechts und links werden begrünte, terrassierte Böschungen angelegt. Besucher des Schilde-Stadtparkgeländes können die Geis von einer hochwertig gepflasterten, 30 Meter langen Terrasse aus überblicken. Sitzbänke schaffen Ruhepunkte. Die Verbindung zur Plaza in der Mitte des Schilde-Stadtparkgeländes schaffen zwei Treppenanlagen. Der Bereich dient nicht nur der Erholung, sondern verbessert auch den Hochwasserschutz.

Unter der Stockwerkshalle fließt der Bach bereits wieder in einem zehn Meter breiten und zwei Meter hohen Kasten. Diesen komplizierten Durchlass hatte vor der Übergabe des Bescheides die Firma Laudemann betoniert.

Voraussichtlich 2012 wird der Teilabschnitt der Geis von der Wortreich-Erlebniswelt bis zum Schillerplatz geöffnet.

Hintergrund

Von Kurt Hornickel

Kommentare