Ausstellung mit polnischer Plakatkunst wird am Freitag in der Galerie im Stift eröffnet

„Das Plakat muss singen“

Eine Ausstellung mit polnischer Plakatkunst wird am Freitag, 5. Juni, um 18.30 Uhr in der Galerie im Stift in Bad Hersfeld eröffnet. Organisiert und gestaltet hat die Ausstellung die aus Polen stammende Bad Hersfelderin Maria Wieczorek. Hier zeigt sie Plakate von Lech Majewski. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Kunst, die auf der Straße präsentiert wird, an jeder Ecke und für jeden sichtbar – das war einer der Grundgedanken, aus dem sich in Polen in den 1950er und 60er Jahren das Plakat zu einer eigenen Kunstform entwickelt hat. Maria Wieczorek ist mit dieser Form der Kunstpräsentation in Krakau aufgewachsen. Sie hat jetzt eine Ausstellung mit polnischer Plakatkunst zusammengestellt, die am Freitag, 5. Juni, um 18.30 Uhr in der Galerie im Stift, im Kapitelsaal eröffnet wird. Zur Eröffnung wird eigens Krzysztof Dydo, der Leiter der Poster-Galerie Krakau anreisen und über die Besonderheiten der Plakate in Polen informieren.

„Kunst wirbt für die Kunst“ – unter diesem Motto der polnischen Plakatkünstler könnte auch die Bad Hersfelder Ausstellung stehen. Maria Wieczorek hat, passend zur Festspielzeit, vor allem Plakate ausgewählt, die für Oper, Theater und Filme werben. Anders als meist bei uns sind die Plakate nicht mit Fotos aus den Inszenierungen gestaltet, sondern sind häufig Gemälde oder Collagen aus verschiedenen Techniken, bei denen die Schrift immer als eigene Kunstform integriert ist. Dabei geht es auch um die persönliche Auffassung des Plakatkünstlers, der auch viel mit Symbolen arbeitet, erläutert Wieczorek. Wichtig sei den Künstlern jedoch immer gewesen, dass Plakate für sich selbst sprechen: „Das Plakat muss singen“, habe einer von ihnen gesagt.

Daneben gibt es aber auch Plakate mit politischem Inhalt, die Themen wie Hunger oder Migration bildnerisch umsetzen.

Briefmarken entworfen

Gezeigt werden, so erläutert Wieczorek, vor allem Arbeiten der zweiten Generation polnischer Plakatkünstler, die in den 70er und 80er Jahren aktiv waren, unter anderem von Waldemar Swierzy, Roman Cieslewicz, Jan Lenica, Jan Mlodozeniec, Franciszek Staroweyski, Lech Majewski oder Marlena Nizio. Gerade die Arbeiten von Jan Lenica sind auch in Deutschland bekannt. Er hat auch Briefmarken für die deutsche Post entworfen.

Lenica wirkte auch an der Kasseler Schule der Plakatkunst, die nach polnischem Vorbild in den 1950er Jahren bewusst eine eigene Bildsprache entwickelte.

Die Ausstellung ist bis zum 9. August in der Galerie im Stift zu sehen, außer den normalen Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr auch noch abends vor den Festspielvorführungen. Sie wird von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg gefördert.

Von Christine Zacharias

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