Haunetaler SPD-Fraktion kritisiert Bürgermeister Euler

„Das ist nicht zu vermitteln“

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Frank Neuber, Vorsitzender der Haunetaler SPD-Fraktion, kritisiert den Antrag von Bürgermeister Stefan Euler (rechts) auf Ausscheiden aus dem Amt.

Haunetal. Mit großem Unverständnis reagiert die SPD-Fraktion Haunetal auf den Antrag des amtierenden Bürgermeisters Stefan Euler „im Alter von nur 37 Jahren in den Ruhestand versetzt zu werden“ (wir berichteten).

Nachdem die Gemeinde fast fünf Monate Lohnfortzahlung im Krankheitsfall an den Bürgermeister geleistet habe, fordere er im Anschluss an seine Genesung für seine knapp zweijährige Dienstzeit ein lebenslanges Ruhegehalt. „Dieses Ansinnen ist weder den Haunetaler Bürgern, noch den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern zu vermitteln und führt zukünftig zu hohen Kosten für unsere Gemeinde“ schreibt der Fraktionsvorsitzende Frank Neuber in einer Pressemitteilung.

Dass dies auch anders gehe, habe in der Vergangenheit bereits ein Bürgermeister Haunetals bewiesen. Dieser habe während seiner ersten Amtszeit erkannt, dass er für das Amt des Bürgermeisters nicht geeignet ist und sei damals ohne eigene Forderung an die Gemeinde zurückgetreten. Dafür gebühre ihm heute noch Hochachtung, so Neuber. Gemeint ist Helmut Ruppel, der von 1993 bis 1995 Bürgermeister war.

„Schmerzensgeld“

Anstatt diesen Weg ebenfalls zu gehen, versuche Stefan Euler, seinen Antrag mit fehlendem Vertrauen der Gemeindevertretung zu rechtfertigen. „Tatsache ist, eine überwiegende Mehrheit der in der Gemeindevertretung gefassten Beschlüsse während seiner kurzen Amtszeit erfolgten regelmäßig parteiübergreifend mit deutlicher Mehrheit“, meint Neuber. Es liege in der Natur der Sache, dass wichtige Entscheidungen in einer Gemeinde auch kontrovers diskutiert werden. In einer Demokratie dürfe jeder für seine Meinung werben und versuchen eine Mehrheit zu bilden. Dies gelte auch für einen Bürgermeister. Im Gegensatz zu den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern erhalte er dafür aber ein nicht unerhebliches „Schmerzensgeld“.

„Der Grund des geplanten Rückzugs liegt wohl eher an der Bürde des Amtes und der Auflösung der ihn unterstützenden Fraktionsgemeinschaft aus CDU und FWG im vergangenen Jahr“, vermutet Neuber, der 2011 ebenfalls als Bürgermeister kandidiert hatte. „Insofern sind nunmehr auch CDU und FWG gefordert, eine für Haunetal tragfähige Lösung zu finden, wie der Bürgermeister ohne Kosten für die Marktgemeinde aus seinem Amt ausscheiden kann.“

Wie die CDU-Fraktion wünsche die SPD eine Klarstellung, ob der Bürgermeister dienstfähig ist. Gleichzeitig fragt Neuber: „Aber ist Stefan Euler überhaupt dienstwillig?“ Die SPD-Fraktion habe daran erhebliche Zweifel, stehe aber für konstruktive Gespräche zum Wohl Haunetals zur Verfügung. (red/nm)

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