Bauausschuss äußert Zweifel an der Planung für die Sanierung des Marktes

„Das geht in die Hose“

Werner Zuschlag

Bad Hersfeld. Als der Stadtverordnete Werner Zuschlag am Mittwochabend die Planung für den ersten Bauabschnitt der Sanierung des Bad Hersfelder Marktplatzes sah, äußerte er spontan: „Das geht in die die Hose“. Auch andere Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt waren von den Vorschlägen des Fuldaer Ingenieurbüros von Steffen Rausch nicht überzeugt.

Zwei Probleme, die die Hersfelder an dieser Stelle schon seit längerem beschäftigen, waren dabei augenfällig: Zum einen hat die Planung keinen Lösungsvorschlag für die Belästigung der Anwohner durch Reisebusse und die Lkw der Marktbeschicker. Die bisherige Busspur auf der Südwestseite des Marktes soll zwar bei verbreitertem Gehweg etwas zur Fahrbahnmitte hin verlegt werden, doch am Grundsätzlichen ändert sich dadurch wenig.

Lärm und Gestank

Während der Festspielzeit würden hier nach wie vor die Busse parken und bei laufender Klimaanlage Lärm produzieren und die Luft verpesten. Und an den beiden Markttagen steht hier ebenfalls alles dicht an dicht.

Überhaupt die Markttage. Durch die geplante Reduzierung der Fahrbahn von zwei auf eine Spur mit einer Gesamtbereite von etwa vier Metern befürchten die Stadtverordneten dienstags und freitags durch den Parksuchverkehr der Wochenmarktbesucher „Stau bis in die Meisebacher Straße“.

Nachdem die von Bürgermeister Hartmut H. Boehmer zunächst als völlig abwegig verworfene Verbannung der Busse auf den Parkplatz am Aquafit-Bad („Da vergraulen Sie die Bus-Unternehmer“) durch gute Erfahrung von anderswo relativiert wurde, sahen die Ausschussmitglieder weiteren Klärungsbedarf.

Vor der nächsten Sitzung im Oktober soll nun eine Ortsbesichtigung in der Problemzone stattfinden.

Dann aber drängt schon die Zeit: Gleich nach Lolls soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Unstrittig war unter den Parlamentariern, dass Teile des Marktes sanierungsbedürftig sind: Das auf den Gehwegen verlegte Verbundpflaster hat sich hier gehoben, da gesenkt und entspricht optisch schon lange nicht mehr den Ansprüchen. Auch die Fahrbahnen haben insbesondere an den Rändern schwer gelitten.

Einhellige Zustimmung fand auch auch der Vorschlag des Bürgermeisters, wie die bei einer Ausquartierung eventuell vergrätzten Busfahrer milde gestimmt werden könnten: Denen soll dann ein „Willkommens-Paket“ mit Snack, alkoholfreiem Getränk und Stadtinformationen zur freundlichen Lektüre überreicht werden.

Von Karl Schönholtz

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