Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes begrüßt amerikanische Gäste im Rathaus

„Es darf nie wieder passieren“

Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes (rechts) im Gespräch mit den US-Veteranen Jim C. Baynham und Joseph A. Reus (links).

Nentershausen. Der Besuch in Nentershausen war wohl der heikelste Punkt auf dem Besuchsprogramm, das Walter Hassenpflug aus Ludwigsau für US-Veteranen des „Kassel-Mission-Desaster“ und ihre Angehörigen zusammengestellt hatte. Denn in Nenterhausen waren am 27. September 1944 fünf US-Piloten ermordet worden. Die Täter, die alle nicht aus Nentershausen stammten, wurden nach dem Krieg von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Trotzdem wusste Bürgermeister Ralf Hilmes, wie wichtig es sein würde, die richtigen Worte zu finden. „Die US-Piloten hätten wie Kriegsgefangene behandelt werden müssen“, stellte er klar. „Ich schäme mich für die damaligen Ereignisse und bedauere sie“, sagte er den amerikanischen Gästen bei ihrem Besuch im Rathaus. Der 45-jährige Hilmes kennt den Krieg nur aus Erzählungen von älteren Angehörigen, die ihm von Luftangriffen und dem brennenden Himmel über Kassel berichtet hätten. „So etwas darf nie wieder passieren, und ich bin sicher, es wird nie wieder passieren“, sagte Hilmes. In Nenterhausen finde jedes Jahr eine Gedenkfeier für die Opfer von damals statt. „Wir dürfen nicht vergessen, aber wir müssen den Blick auch nach vorn richten und verzeihen lernen“.

Als Bürgermeister einer Gemeinde an der ehemaligen innerdeutschen Grenze nutzte Hilmes die Gelegenheit, den Amerikanern und vor allem dem damaligen US-Präsidenten George Bush für ihren Beitrag zu deutschen Einheit zu danken.

Den beiden ältesten Zeitzeugen, den Piloten Jim C. Baynham und Joseph A. Reus, überreichte der Bürgermeister ein kleines Erinnerungsgeschenk, bevor er die Besuchergruppe gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Manfred Schmidt und anderen Vertretern der Gemeinde persönlich durch Nenterhausen führte. (kai)

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