Hobby-Künstler Peter Kluth schenkte dem Arbeitskreis für Musik Madonnenfigur

Dank für Opernfreuden

Kunstwerk im Bach-Saal: Hobbykünstler Peter Kluth (rechts) und Schreinermeister Armin Ickler vor dem Marienbild aus Lindenholz. Foto:  von Trott

BAD HERSFELD. Im Advent hat der gebürtige Düsseldorfer Peter Kluth dem Arbeitskreis für Musik wieder eine Skulptur geschenkt. Der Hobbykünstler schnitzte aus massivem Lindenholz innerhalb eines Jahres ein Madonnen-Relief. Lächelnd hält die aufrecht stehende, anmutige Maria das Kind mit der Weltkugel vor sich.

Dank für Opernfreuden

Kluth schenkte die helle, unbemalte Halbfigur dem Arbeitskreis für Musik zum Dank für die alljährlichen Opern-Freuden in der Stiftsruine. Denn Kluth kommt im nächsten Jahr zum 16. Mal zu den Hersfelder Theater- und den anschließenden Opernfestspielen 2010. Er hat schon, wie jedes Jahr, Karten gekauft.

Als Kurgast kam der heute 73-jährige Peter Kluth zum ersten Mal nach Bad Hersfeld. Damals sah er zufällig, dass am Abend die Oper „Carmen“ aufgeführt werden sollte mit dem Orpheus-Preisträger Wolfram Wittekind als Don José. Kluth trug wegen der herrschenden sommerlichen Hitze nur leichte Bekleidung. Doch die Kontrolleure ließen ihn auch mit kurzen Hosen in die überdachte Freiluftbühne hinein, „anders als in Opernhäusern sonst üblich“, entsinnt er sich schalkhaft. Sein rheinischer Humor dringt immer wieder durch.

Schnitzschule in Österreich

Was hat der Spender Kluth im Leben sonst getan? Der gelernte Turbinen- und Kurbeldrechsler wurde bei der Provinzialversicherung als Gutachter im Außendienst in Krankenhäusern und Klöstern tätig, als Wertschätzer und später als Direktionsbevollmächtigter. Er war ferner Jahrzehnte Sportlehrer im Turn- und Sportverein sowie zeitweise Stadtrat von Mondorf am Rhein.

In der Freizeit drechselte Kluth gerne zuhause Gegenstände wie zum Beispiel Teller. Als ihm dieses Drechseln zunehmend schwerfiel, sah er einmal in Österreich ein Plakat, das für eine Schnitzschule warb.

Nach zwei Tagen Schulung dort hatte er bereits seine erste Figur fertig geschnitzt. Nicht ohne Grund hatte er als Motiv Till Eulenspiegel, den Gaukler und klugen Narren, gewählt.

Begonnen am Kopf

Ohne Modell hat er nun das schmale Marienbild entworfen. Wo hat er die Arbeit am Holz begonnen? „Beim Kopf wie immer“ und sich von da zu den filigranen Händen und Füßen vorgearbeitet. Mit dem Beitel, dem scharfen Schnitzmesser, hat er den Holzrohling bearbeitet. „Der Beitel ist so scharf wie ein Skalpell“, erläutert Kluth.

Nun schaut die Madonna von der Innenwand unter der Empore im Bach-Saal auf die Betrachter. Der freundliche, 1935 geborene Schreinermeister Armin Ickler hat sie dort befestigt.

Ihm ist auch besonders zu danken, hat er doch das Podest, das große Holzkreuz und den Ständer für die Pietà (auch von Peter Kluth geschnitzt) im Bach-Saal im Jahre 2003 geschreinert.

Von Renata von Trott

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