Wochenendporträt: Nora Huetz aus Bad Hersfeld spielt in „Die Schöne und das Biest“

Dank Fernweh zum Film

Schauspielerin Nora Huetz ist in Bad Hersfeld aufgewachsen, aktuell ist sie im Kino in „Die Schöne und das Biest“ zu sehen. Außerdem dreht sie eine Serie fürs ZDF. Foto: Bernd Brundert/nh

Bad Hersfeld. Als Jugendliche sah sich Nora Huetz im Bad Hersfelder Kino gerne amerikanische Blockbuster an, inzwischen ist sie dort selbst auf der Leinwand zu sehen. In der – wenn auch französischen – Verfilmung von „Die Schöne und das Biest“ spielt die 28-Jährige neben Vincent Cassel und Léa Seydoux eine Nebenrolle.

Huetz ist in Dortmund geboren, aber in Bad Hersfeld aufgewachsen, nachdem ihre Eltern Ende der 80er-Jahre in die Kur- und Festspielstadt gezogen waren. Huetz’ Vater Werner Hütz (sie hat ihren Namen in Huetz geändert) ist Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Bad Hersfeld. So richtig heimisch habe sie sich hier aber nie gefühlt, gibt die 28-Jährige zu, die zunächst in Hünfeld zur Schule ging. „Ich habe ein richtiges Fernweh entwickelt“, so Huetz, die besonders alles Amerikanische faszinierend fand.

„Mein Wunsch, Schauspielerin zu werden, hatte vielleicht auch mit meinem Fernweh zu tun“, erklärt sie. „Ich habe von einer Welt geträumt, die größer, schöner, hässlicher, wilder, bunter, trauriger und fröhlicher ist, als die mir bekannte.“ Heute fühlt sich die Wahlberlinerin dort zu Hause, wo ihre „Lieblingsmenschen“ sind, von denen es auch in Bad Hersfeld noch welche gibt.

Anfangs verschwieg Huetz ihre beruflichen Ambitionen vor den Eltern, heute sind diese natürlich stolz auf ihre Tochter und unterstützen sie. „Wenn ich eine schlechte Phase habe, Absagen kassiere und einfach keine neuen Angebote bekomme, sind es meine Eltern, die sagen: Das wird schon wieder, mach dir keinen Kopf“, berichtet die 28-Jährige. Dass ihr Beruf nicht wie jeder andere ist, weiß sie. „Es ist ein sehr kurzlebiges Geschäft, man kann nie richtig planen. Es kann sein, dass nächste Woche etwas ansteht, in drei Monaten oder nie wieder.“

An freien Tagen im Sattel

Entspannen und sich vom Druck des Business’ erholen kann sich Huetz am besten in tierischer Gesellschaft. „Ich habe einen Hund und bin ein Pferdenarr, und sitze wenn möglich, jeden freien Tag im Sattel“, verrät sie. „Diese Tiere sind ganz einfach und klar, es interessiert sie nicht die Bohne, wie du aussiehst oder wer du bist, sondern einzig und allein dein Verhalten ihnen gegenüber.“

Ihre Rolle in „Die Schöne und das Biest“ bekam die Wahlberlinerin ganz klassisch über eine Anfrage an ihre Agentur und ein Vorsprechen – auf französisch. Für die ZDF-Serie „Dr. Klein“, die ab 10. Oktober ausgestrahlt werden soll, steht Huetz vorerst bis September in Stuttgart unter anderem mit den Tatort-Schauspielern Christine Urspruch und Miroslav Nemec vor der Kamera.

Mit einem ganz eigenen und persönlichen Projekt wird die 28-Jährige im Dezember in einem kleinen Theater in Berlin auf der Bühne stehen. Gemeinsam mit einem Freund hat Huetz ein Theaterstück geschrieben, das sie selbst als Herzensangelegenheit bezeichnet. „Als Schauspieler kann man sich kreativ oft nur in dem Maße ausdrücke, wie einem Rollen angeboten werden. Wir haben aber immer wieder auch eigene Ideen und Vorstellungen, wie wir gerne spielen und erzählen möchten.“

Von Nadine Maaz

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