Bad Hersfeld baut am Fuldawehr für Barbe, Brasse & Co. eine neue Aufstiegsanlage

Damit’s Fisch leichter hat

Sackgasse Fischtreppe: Weil die Anlage am Fuldawehr nicht mehr funktioniert, wird die Stadt Bad Hersfeld hier einen neuen Fischaufstieg bauen. Unser Foto zeigt von links Bürgermeister Thomas Fehling, Thomas Schmidt vom Planungsbüro WAGU und Martin Bode, den Leiter des städtischen Fachbereichs Technische Dienste, beim Ortstermin. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Für Barbe, Brasse & Co. ist das Fuldawehr in Bad Hersfeld derzeit eine Sackgasse. Zwar verfügt das Bauwerk über eine Fischtreppe, doch wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit schaffen nur noch extrem fitte Forellen den Aufstieg durch die 17 Betonbecken ins zweieinhalb Meter höher gelegene Oberwasser.

Aus diesem Grund wird die vorhandene Treppe ab Spätsommer dieses Jahres umgebaut. Im oberen, 16 Meter langen Teil wird ein innovativer Borstenfischpass in den Betonkanal eingebaut. Zwischen den 50 Zentimeter langen, biegsamen Kunststoffborsten, die mindestens fünf Millimeter dick sind, finden die Fische Ruhezonen, in denen die Fließgeschwindigkeit deutlich niedriger ist. Zwischen den Borsten wird die Sohle der Anlage mit einem 20 Zentimeter dicken Kiesbett ausgestattet.

Geringeres Gefälle

Auf der Höhe und unterhalb von Wehr und Wasserkraftwerk wird eine andere Art der Fischtreppe gebaut, ein sogenannter Riegelbecken-Pass mit zwölf Becken und einer Gesamtlänge von 33 Metern. Die Becken werden durch Eichen- oder Lärchenholzbohlen gebildet, die in Stahlschienen eingelassen sind. Die Verlängerung der Gesamtanlage bedeutet zudem ein niedrigeres Gefälle.

Geplant hat die neue Fischtreppe das Kasseler Büro WAGU, das seit zehn Jahren für die Stadt Bad Hersfeld arbeitet und beispielsweise die Renaturierung der Geis im Schildepark betreut.

180 000 Euro teuer

Wenn das rund 180 000 Euro teure Projekt umgesetzt ist, dann ist Bad Hersfeld für wandernde Fische und andere Tiere, die auf der Fulda in Richtung ihres Oberlaufes aufsteigen wollen, keine Sackgasse mehr, sondern nur noch Durchgangsstation.

In einem weiteren Schritt soll 2012/2013 auch die Rechenanlage am Wehr erneuert werden. Profil und Abstände des Rechens entsprechen nicht mehr dem Stand der Dinge und gefährden wandernde Fische. Hier wird dann ebenfalls ein sechsstelliger Betrag fällig.

Von Karl Schönholtz

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