Vorreiterrolle: Klinikum Bad Hersfeld fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Damit Mama arbeiten kann

Beispielhaftes Angebot: Die Tagesmütter Andrea Mühling und Christa Büchsenschütz (2. und 3. v.l.) betreuen die Kinder der Mitarbeiter des Klinikums und der angeschlossenen Kliniken. Das finden Nadine Kunze (Arbeitsagentur), Götz Müller (Klinikum) und die Ärzte Henrik Losenhausen und Esther Haverkamp (von links) gut. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Wer heute qualifiziertes Personal sucht, muss kreativ sein. Und neben einem guten Job auch attraktive Rahmenbedingungen anbieten. Angebote, zum Beispiel, die es jungen Eltern erlauben, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Familienorientierte Personalpolitik ist ein entscheidender Wettbewerbs- und Standortfaktor, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, gut ausgebildetes Personal zu binden und dessen Motivation zu fördern“, sagt Nadine Kunze, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld.

Das kann Götz Müller, stellvertretender Personalchef am Klinikum Bad Hersfeld, nur bestätigen. Seit gut einem Jahr bietet das Klinikum eine eigene Kindertagesbetreuung an. Inzwischen sind die zehn Plätze voll belegt, es gibt eine Warteliste und Überlegungen, das Angebot zu erweitern.

Zwei Tagesmütter

Für die Kinder der Mitarbeiter hat das Klinikum eine große Wohnung in der Nachbarschaft angemietet und zwei Tagesmütter eingestellt, die jeweils fünf Kinder betreuen. Die Kosten für die Eltern entsprechen denen an öffentlichen Kinderkrippen.

„Ohne dieses Angebot könnten wir nicht beide arbeiten“, sagt der HNO-Arzt Henrik Losenhausen. Da seine Frau ebenfalls am Klinikum beschäftigt ist und beide auch nachts und am Wochenende arbeiten müssen, ist die Organisation des familiären Alltags ohnehin eine tägliche Herausforderung. Die Familie nutzt das Angebot am Klinikum als zusätzliche Absicherung für die Zeiten, die nicht vom städtischen Kindergarten abgedeckt werden. Losenhausen ist voll des Lobes für die große Flexibilität der beiden Tagesmütter Christa Büchsenschütz und Andrea Mühling.

Am Klinikum denkt man bereits über eine Ausweitung des Angebots nach. Junge Ärzte und Pflegekräfte fragten gezielt nach Kinderbetreuung, wenn sie sich für Stellen in Bad Hersfeld interessierten, stellt Götz Müller immer wieder fest. Denkbar seien auch Kooperationsmodelle mit städtischen Kindertagesstätten, sagt Müller.

Dass sie und ihre Arbeitskraft sehr gefragt sind, das hat auch die Anästhesie-Ärztin Ester Haverkamp erfahren, deren Chef drei Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes anrief und wissen wollte, wann sie wieder arbeiten könne. Seit einigen Tagen ist sie wieder im Dienst und freut sich, dass ihre Wünsche nach Teilzeitarbeit berücksichtigt wurden.

Von Christine Zacharias

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