Erika Metzner aus Bad Hersfeld steht seit 70 Jahren im Dienst der Krankenhaus-Patienten

Dame mit Elefantenhaut

Botschafterin mit einem strahlendem Lächeln: Erika Metzner steht seit 70 Jahren im Dienst des Klinikums Bad Hersfeld. Foto: Geier

Bad Hersfeld. Auch mit 94 will und kann Erika Metzner anderen Menschen noch helfen. Seit 70 Jahren engagiert sie sich für das Klinikum Bad Hersfeld. Sie sorgt dafür, dass sich die Patienten dort wohl fühlen.

Nachdem sie 1982 als Sekretärin der Chirurgie in Rente ging, übernahm sie vor 30 Jahren ihre Aufgaben als „Grüne Dame“ auf der urologischen Station. „Ich bin dankbar, dass ich dort jeden Tag einem Menschen helfen konnte und auch weiterhin kann“, berichtet sie.

Die ehrenamtlichen Helfer sind wichtig für das Krankenhaus. Sie sorgen dafür, dass die Patienten gut versorgt sind, tun das, wofür den Schwestern bei deren Arbeitspensum keine Zeit mehr bleibt. Sie besorgen Lesestoff, Kleidungsstücke und reden mit ihnen. Sie selbst sieht sich als Botschafterin zwischen Patient und Krankenhaus.

Für die Ärzte ist Metzner die gute Seele des Krankenhauses, die sie nie gehen lassen wollen. Als Chefarztsekretärin der Chirurgie erlebte sie fünf Chefärzte, den Umzug des Klinikums in den 1960er Jahren und war ein wichtiger Teil der medizinischen Geschichte des Hauses, lobte Martin Ködding, Geschäftsführer des Klinikums, seine treueste Mitarbeiterin gestern bei einem kleinen Festakt.

Auf Dank legt die 94-Jährige wenig Wert, viel wichtiger ist es ihr, immer noch in ihrem zweiten Zuhause sein zu können. Wie sie das schon so lange schafft? „Ich habe eine Elefantenhaut“, sagt sie. Das ist für sie die Erklärung, dass sie nach so vielen Jahren immer noch ein Teil des Krankenhaus ist. Diese Eigenschaft wünscht sie auch anderen Menschen.

Kriegserlebnisse prägten

Die Kriegserlebnisse als Ersthelferin im zerbombten Kassel haben sie geprägt – im Herbst 1944 rettete sie zwei Verletzte aus brennendem Phosphor. Seit damals engagierte sie sich für das Krankenhaus und die Patienten, damit will sie noch lange nicht aufhören. Sie freut sich, wenn andere mit einem Lächeln das Klinikum verlassen. Gern erinnert sie sich an einen ehemaligen Patienten, der bei der Entlassung zu ihr sagte: Das Klinikum sei wie ein Super-Hotel. Und dafür habe sie sich gern 70 Jahre lang engagiert.

Von Christiane Geier

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