60 Jahre Freunde der Stiftsruine – Jürgen Dietz verfasste Chronik magischer Momente

Wie damals alles begann

Ein Bild aus den Anfangsjahren der Bad Hersfelder Festspiele: Bundespräsident Theodor Heuss (2. von links) wird am 5. Juli 1952 zu seinem Sitzplatz in der Stiftsruine geleitet.

Bad Hersfeld. Zum 60. Festspieljubiläum hat die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine eine neue Festspiel-Dokumentation herausgebracht. Entstanden ist ein Band mit zahlreichen Bild- und Zeitdokumenten, ein lebendiger Beweis von der Größe magischer Augenblicke.

Der Autor ist Hans Jürgen Dietz, Schatzmeister der Gesellschaft. Er hat sich 60 Jahre mit den Festspielen seiner Heimatstadt beschäftigt, sechzig Jahre selbst als Komparse mitgespielt. Er hat Unterlagen über die Festspiele und die Gesellschaft zusammengetragen, den künstlerischen Nachlass des Gründungsintendanten Johannes Klein geordnet und so eine fundierte Grundlage geschaffen für seine Dokumentation „Festspiele in der Stiftsruine“.

Was vorher war

Zunächst wird in der 180 Seiten umfassenden Broschüre an Veranstaltungen in der Stiftsruine im 19. Jahrhundert und an die vielen kulturellen Aktivitäten und Theateraufführungen im 20. Jahrhundert bis zu Gründung der Festspiele 1951 erinnert.

Detailliert ist über die Initiatoren der Festspiel-Gründung geschrieben, aus welchen Kulturvereinen und Kulturkreisen sie kamen und warum sie als Veranstalter erst nach dem großen Erfolg der 1. Festspiele im November 1951 den Trägerverein, die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, gründeten.

Hohes Ansehen

Ausführlich wird über die Gesellschaft und Intendant Johannes Klein berichtet, der bereits im ersten Festspieljahr der Stadt hohes Ansehen im deutschsprachigen Theaterraum verschaffte.

Es ist auch dokumentiert, welche Beziehungen und Verbindungen Bundespräsident Prof. Theodor Heuss ermutigten, bereits im zweiten Festspieljahr die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Zu lesen ist über die Inszenierungen der Mysterienspiele von Hugo von Hofmannsthal und die vielen klassischen Theaterwerke mit den bekanntesten Schauspielerinnen und Schauspielern der damaligen Zeit, wie sie in Hersfeld aufgenommen wurden und etwa auch ihre freie Zeit verbrachten.

Natürlich werden die stillen Helfer vor und hinter der Bühne und die Statisterie nicht vergessen, die 60 Jahre Stütze vieler Inszenierungen war.

Über Max Reinhardt

Ein Beitrag über den großen Theatermann Max Reinhardt und den Regiestil der fünfziger und sechziger Jahre beendet die Ära der Gesellschaft als anfänglicher Trägerin und Veranstalterin der Festspiele und Mitverantwortlichen in den städtischen Festspiel-Ausschüssen bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Der Autor widmet sich den neuen Aufgaben der Gesellschaft und berichtet auch über die Überdachung der Stiftsruine, über Forschungen in der Stiftsruine, über Hersfeldpreis-Geschichten, die Restaurierung der Lullus-Glocke und des Glockenstuhls sowie über die virtuelle Rekonstruktion der Stiftskirche.

Die Dokumentation Festspiele in der Stiftsruine kostet 10 Euro und wird im örtlichen Buchhandel, in der Geschäftsstelle der Hersfelder Zeitung in der Klausstraße, in der Kartenzentrale der Festspiele Am Markt und bei P.K. Wolff in der Badestube verkauft.

Kommentare