Grundstückseigentümer wussten nichts von Aufstellung des Sammelbehälters

Container sorgt für Verwirrung

Eingeschneit: Auch am Freitagmorgen stand der Container noch an der Sternerstraße. Foto:  Deppe

Bad Hersfeld. Die Verwirrung um den Anfang Dezember an der Sternerstraße aufgestellten Altkleidercontainern geht weiter. Nach dem HZ-Bericht in der vergangenen Woche meldete sich der Eigentümer des Grundstückes, Jürgen Sauer, Professor im Ruhestand. Weder er, noch ein Miteigentümer hätten die nötige Einwilligung zur Platzierung des Sammelbehälters gegeben. Erst aus der Zeitung habe er überhaupt von dem Container erfahren. Daraufhin habe er juristische Schritte gegen die Verantwortlichen erwogen.

Noch am Mittwoch wollte Sauer bei der Polizei in Bad Hersfeld Anzeige gegen Unbekannt stellen – mit geringen Erfolgsaussichten. „Ob überhaupt ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt, muss geprüft werden“, sagte Polizeisprecher Manfred Knoch. Sollte es sich nur um einen zivilrechtlichen Tatbestand handeln, müsste der Beschwerdeträger sich an einen Rechtsanwalt wenden. Für den Grundstückseigentümer schien die Situation anfangs doppelt ärgerlich: Auch für die Entfernung des Containers müsste er zahlen, solange ihm kein zu Beklagender bekannt ist. „Da bin ich dann sogar noch dafür verantwortlich, dass der Container keinen Schaden nimmt“, sagte der in Regensburg lebende Sauer, dem in seinem Geburtsort Bad Hersfeld mehrere Immobilien gehören, am Mittwoch.

Doch inzwischen äußerte sich auch eine Recycling-Firma, die zugab, den Container auf Sauers Grundstück aufgestellt zu haben. Handan Ercan, Geschäftsführerin der Firma Ercan Recycling, sagte der HZ: „Der Fahrer hat sich da wohl mit dem Standort vertan. Das kommt öfter vor.“

Zudem gab sie an, der Container sei am Donnerstag bereits wieder entfernt worden. Doch auch am Freitagmorgen stand er noch an seinem Platz.

Auf Nachfrage bestätigte Ercan, dass der Aschaffenburger Verein Kindersuchhilfe, für den auf dem Container geworben wird, nicht – wie auf dem Hinweisschild suggeriert und vom Vereinsvorsitzenden Kurt Schloter angegeben – die eingeworfene Kleidung erhalte, sondern nur finanziell unterstützt werde.

Ob oder wann der Container nun überhaupt entfernt wird, ist fraglich. Bei allem juristischen Wirrwarr könnte laut Sauer auch der Status Quo erhalten bleiben: „Wenn sich keiner zuständig fühlt, steht der Container auch in zehn Jahren noch da.“ Für die Entfernung selbst in die Tasche greifen, möchte er nämlich nicht.

Die Diakonie weist derweil darauf hin, dass sie an der Bahnhofsmission, Kirchplatz 2, einen Altkleidercontainer bereitstellt. Ausgemusterte Textilien können auch persönlich abgegeben werden. Die Diakonie gibt an, mit den Spenden hilfsbedürftige Menschen in der Region zu versorgen.

Von Lasse Deppe

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