Container, Könige und Duden mit Haaren

Karl Schönholtz

Alle reden vom Wetter, die Festspiele erst recht. Und das betrifft nicht nur das Ensemble auf der dachlosen Bühne, sondern auch die Mitarbeiter davor und dahinter. So haben beispielsweise die freundlichen Damen von der Abendkasse in den vergangenen Jahren leiden müssen, weil der Pavillon neben der Stiftsruine zwar vor Regen, aber nicht vor Wind und Kälte schützte. Das ist nun vorbei. Jetzt steht dort ein Container, in dem es sich wetterunabhängig ordentlich arbeiten lässt. Die angemietete Kiste ist ein Versuch, und keine Angst, sie wird auch nicht so hässlich bleiben, wie sie momentan noch ist.

Lange nichts gehört von den Hersfelder Königen. Die fristen ihr Dasein noch immer im Bauhof und warten auf die Fertigstellung eines Gutachtens, das die Kosten für ihre Wiederherstellung ermitteln soll. Bekanntlich war den Skulpturen an ihrem ursprünglichen Standort neben der Stiftsruine von Vandalen mehrere Male so übel mitgespielt worden, dass die Majestäten im Bauhof Schutz suchen mussten.

Ebenfalls aus dem Verkehr gezogen wurde Konrad Duden – zumindest sein Museum am Neumarkt, das wegen eines Wasserschadens geschlossen ist. Das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben, denn die Trocknung des Museumsraumes benötigt noch mehrere Wochen. Ursache für das Malheur war eine über längere Zeit unbemerkt gebliebene undichte Wasserleitung im Obergeschoss, die die vollgesogene Lehmdecke im historischen Gebäude absacken ließ. Notiz am Rande: Das Stroh im nassen Lehm verpasste dem kahlen Schädel der Duden-Büste erstmals eine Frisur.

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