Pink-Floyd-Coverband war der Höhepunkt des Artrock-Festivals im Buchcafé

Im Cola-Rausch komponiert

Hintergrundwissen fürs Publikum: HR-Radiomoderator und Tour-Organisator Volker Rebell.

Bad Hersfeld. Viele, die am Freitagabend ohne Vorverkaufs-Ticket auf gut Glück noch einen Platz im Buchcafé-Konzertsaal ergattern wollten, kamen leider vergebens zum „HR3 Premium Rock-Festival“, denn die Veranstaltung war bereits im Vorfeld komplett ausgebucht. Das große Publikumsinteresse war durchaus gerechtfertigt, denn gleich drei ausgezeichnete Rockbands präsentierte Radiomoderator Volker Rebell an diesem Abend den jungen und jung gebliebenen Fans.

Auf Hessentour

Unter dem Motto „Pink Floyd meets New Artrock“ hat Volker Rebell eine Hessentour mit 13 Stationen organisiert, deren Programm stilistisch den Bogen von der Blütezeit des Artrock in den frühen siebziger Jahren bis hin zur heutigen New-Artrock-Szene spannt.

Als Opener betrat die sechsköpfige Frankfurter Band „Wanjetula“ die Bühne. Ihre Kompositionen sind voll von überraschenden Takt- und Harmoniewechseln, vierstimmigem Satzgesang und synchron gespielten zweistimmigen Gitarrensoli. Mit einem ironischen Augenzwinkern gaben die sympathischen Künstler zu, dass einige ihrer verzwicktesten Songparts damals in den Siebzigern im „Afri-Cola-Rausch“ komponiert wurden.

In den Umbaupausen erzählte Moderator Volker Rebell Wissenswertes über die Geschichte des Artrocks. Er beschrieb die kreativen Stilerweiterungsideen von heute legendären Bands wie Yes, Genesis, King Crimson, Gentle Giant und nicht zuletzt Pink Floyd, die den Faden der späten Beatles aufgenommen und konsequent weitergesponnen haben.

Als Vertreter des neuen Artrocks der heutigen jungen Musikergeneration durfte die Regensburger Band „Eclipse Sol-Air“ als zweiter Live-Act die Bühne übernehmen. Die sieben jungen Damen und Herren hatten neben ihrem typischen Rockmusik-Instrumentarium auch eine Geige und eine Querflöte dabei.

Ihre mehrsprachigen Songs waren mit kompositorischen Ideen verschiedenster Couleur gespickt. Gesangparts, mal laut und aggressiv, mal dunkel und mysteriös, wechselten sich ab mit langen Instrumentalphasen.

Headliner des Abends war die neunköpfige Frankfurter Pink-Floyd-Coverband „Floyd Reloaded“. Sie hat sich nicht nur die Kopie des Originals auf ihre Fahnen geschrieben, „Floyd Reloaded“ will die Songs der legendären Progressive-Rockband so spielen, wie die „jungen Pink-Floyd-Musiker“ sie heutzutage wahrscheinlich live spielen würden.

Vom ersten Ton an zündete ein musikalisches Feuerwerk aus weltbekannten Hits der vier Briten.

Späte Songs wie „What do you want from me“ oder „Learning to fly“ fanden sich neben absoluten Klassikern wie „Wish you where here“, „Run“, „Comfortably numb“ und natürlich „Another brick in the wall“ im einstündigen Programm der hessischen Coverband.

Zeit zum Mitsingen

Gern verlängerte „Floyd Reloaded“ eingängige Refrains, um dem Publikum mehr Zeit zum Mitsingen zu geben. Der Funke sprang dank der absolut perfekten Darbietung sofort auf das Publikum über. Überall im Saal wurde laut mitgeklatscht und mitgesungen.Krönender Abschluss des Konzertprogramms war die schöne Ballade „Shine on you crazy diamond“, für die es zurecht vom Publikum stehende Ovationen gab.

Von Werner Rödiger

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