Anklung-Musikanten des Interkulturellen Zentrums spielten in der Matthäus-Kirche

Choräle im Bambusklang

Ungewöhnliche Adventsmusik: Die Anklung-Gruppe des Interkulturellen Zentrums bei ihrem Auftritt in der evangelischen Matthäus-Kirche im Hersfelder Stadtteil Kalkobes. Foto: nh

Bad Hersfeld. Was ist eigentlich der christliche Kern der alljährlichen Adventszeit? Am 1. Advent trat die internationale Anklung-Gruppe des interkulturellen Zentrums (IkuZ) im Gottesdienst der evangelischen Matthäuskirche in Bad Hersfeld auf und gab eine überraschende Antwort auf diese Frage: Im Kern geht es um die weltweite, ökumenische Gemeinschaft aller Menschen, die automatisch da entsteht, wo Menschen Gott die Ehre geben.

Im Advent singen, beten, wünschen Christen in aller Welt die Gegenwart Gottes herbei. Wo das internationale, gemeinsame Bemühen Gestalt gewinnt, entstehen sogleich auch Visionen von Frieden und Gerechtigkeit und weltweitem Miteinander aller Menschen, aller Nationen, aller Hautfarben.

Frohes Miteinander

Das IkuZ ist keiner bestimmten Religion zuzuordnen, trotzdem treten die Mitglieder der Anklung-Gruppe immer wieder gern in christlichen Gottesdiensten auf und zeigen schon durch ihre bunte Zusammensetzung, worauf es ankommt: Toleranz, Menschlichkeit, frohes Miteinander.

Das kann man an den 28 Adventstagen dieses Jahres natürlich auch beim Glühwein und beim Shopping-Erlebnis oder auf einer der zahlreichen Vereins- und Firmen-Feiern finden. Der genuine Ort für die Advents-Erfahrung ist jedoch die Kirche.

Und da wurden an diesem 1. Advent in Kalkobes nicht nur die traditionellen deutschen Choräle in den ungewohnten Klangfarben der indonesischen Bambus-Instrumente musiziert und miteinander gesungen. Da gab es auch den wunderschönen amerikanischen Ur-Gospel „Amazing Grace“ auf Bambus, und zum Abschluss die indonesische Sehnsuchts-Ode „O tano Batak“, „O Land der Batak-Menschen“.

Mit diesem ungewöhnlichen musikalischen Gottesdienst wurde die jährliche Spenden-Aktion „Brot für die Welt“ eröffnet. (red)

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