Interview: Gernot Hassknecht tritt in der Bad Hersfelder Stadthalle auf

Cholerisch für Anfänger

Lehrmeister: Gernot Hassknecht will seine Gäste in der Stadthalle schulen. Ziel des Hassknecht-Prinzips ist es, in zwölf Schritten zum Choleriker zu werden. Foto: Weber/nh

Bad Hersfeld. Komiker Hans-Joachim Heist (65) alias Gernot Hassknecht steht am Sonntag, 13. April, auf der Bühne der Bad Hersfelder Stadthalle. Dort will er das Publikum schulen und ihm sein „Hassknecht-Prinzip – in zwölf Schritten zum Choleriker“ näherbringen. Wir haben mit Hans-Joachim Heist über seinen Auftritt in der Kreisstadt und die Figur des Gernot Hassknechts gesprochen.

Wäre ich Gernot Hassknecht, müsste ich sofort freundlich in das Gespräch einsteigen mit: Welcher Vollhorst ist bei Ihnen eigentlich für die Gestaltung des Terminkalenders verantwortlich? Da ist Ihr Auftritt in Bad Hersfeld gar nicht aufgeführt!

Heist: Was? Da ist er nicht drin?

Ja, wir wurden einfach vergessen. Schlamperei!

Heist: Das muss ich lautstark weitergeben. Ich schreibe mir das direkt auf, sonst vergesse ich es wieder.

An unserer Provinzialität kann es ja nicht liegen. Ihr Heinz-Erhardt-Abend am 30. April im vergleichsweise mickrigen Vacha nebenan ist ja auch verzeichnet. Oder geben Sie auch 25 Jahre nach Auflösung der DDR noch immer einen Ossi-Bonus?

Heist: (lacht) Nein, Nein, natürlich nicht. Das muss ein Versehen sein. Da muss ich jemanden zusammenscheißen, dass das so nicht geht. Eigentlich müsste der Termin im Netz stehen. Er steht ja auch in meinem persönlichen Kalender.

Bevor ich mich weiter in Rage rede, zurück zur Sachlichkeit. Wie viel Gernot Hassknecht steckt eigentlich in Hans-Joachim Heist?

Heist: Ich kann zwar laut werden und Dinge sehr bestimmt und lautstark einfordern, aber cholerisch ist der Hans-Joachim Heist privat nicht. Da bin ich eher so ein Heinz Erhardt mit Schalk im Nacken.

Hat Sie Ihre Zeit auf dem Bau geprägt? Sie sind ja gelernter Installateur.

Heist: Ja, die hat mich sehr geprägt. Die drei Jahre Lehre waren natürlich keinen Herrenjahre. Der Ton auf dem Bau war damals noch etwas rauer. Ich habe aber nur meine Lehre auf dem Bau gemacht, weil ich dann mit dem Studium begonnen habe. Ich wollte ja Bauingenieur werden. Ich habe aber schnell feststellen müssen, dass Zahlen und Zeichnen nicht so meine Dinge sind. Das Studium habe ich dann geschmissen und bin auf die Schauspielschule gegangen. Eine gute Entscheidung.

Was erwartet die Gäste in der Stadthalle?

Heist: Die Besucher dürfen sich auf einen wunderbaren, sehr humorvollen und unterhaltsamen Abend freuen. Sie brauchen auch keine Angst zu haben. Ich werde sie nicht zwei Stunden lang anschreien. Das wäre für die Gäste nicht gut und für meine Stimme natürlich auch nicht.

Bin ich nach dem Auftritt Gernot Hassknechts in der Lage, meine Meinung konsequent und lautstark zu vertreten?

Heist: Es kommt darauf an, wie auffassungsbegabt Sie sind. Ich gebe natürlich auch Tipps, wie man das alles erlernt und auf dem Nachhauseweg vertiefen kann.

Der Gernot Hassknecht ist ja mit 1,60 Meter auch ein wenig zu kurz geraten. Versucht er seine fehlende Körpergröße eigentlich durch lautstarkes Argumentieren zu ersetzen?

Heist: Da gibt es sicher viele, die das machen. Und es ist sicher unterschwellig auch bei mir so. Das möchte ich gar nicht leugnen. Das ist sowohl bei Gernot Hassknecht, als auch bei Herrn Heist der Fall.

Von Mario Reymond

Kommentare