Vielseitiger Komikerin trat im Buchcafé auf

Charla Drops passt in keine Schublade

Auftritt als Clown-Geisha: Charla Drops am Samstagabend im Buchcafé. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die Kölner Komödiantin Charla Drops lässt sich nur schwer in ein gängiges Kleinkunst-Genre einordnen. Am Samstagabend gastierte die 52-jährige Künstlerin mit ihrer aktuellen Bühnenshow „Leicht entflammbar“ im Bad Hersfelder Buchcafé.

Charla Drops spielt Sketche mit ständig wechselnden Kostümen und extrem wandelbarer Mimik, singt Chansons und plaudert während des Umziehens gerne mit dem Publikum. In ihren Liedern imitiert sie auch mal Hundegebell, in ihre Tanzeinlagen sind Slapstick und Clownerie integriert. Ob Ulknudel, böse Märchenhexe, Clown-Vamp oder einfach nur „völlig gaga“ – ihr gelingt es, all dies glaubhaft unter einen Hut zu bringen.

Unter die Haut

Zwischen Speeddating, Lachtherapie und Quickies im Vorgarten finden sich aber immer wieder einzelne Programmpunkte, die tiefer unter die Haut gehen. In einem ihrer Chansons etwa singt Charla Drops von der Freiheit, die hinter Gittern eingeht und spurlos verschwindet.

Sie strippt zu leblosem Elektropop mit Strapsen, neunschwänziger Katzenpeitsche und einem extrem ausgestopften Korsett und vergöttert in einer erotischen Ballade die zärtlichen Sommersprossen-Hände eines unbekannten Masseurs.

Lebensweisheiten

Ab und zu hat sie auch mal nur eine lustige Lebensweisheit auf Lager. „Auch der schönste Mann ist an den Füßen zu Ende“ und „Lieber von Dali gemalt, als vom Leben gezeichnet“ bekamen mit Abstand die lautesten Ovationen im Saal.

Melancholisch geriet ihr Lied an ihre Mutter, in dessen Refrain sie rebellisch feststellt, dass sie nicht in deren Kleider passt.

Selbst für eine kurze Einlage als brünftiges Affenmännchen ist sich die Vollblut-Komödiantin nicht zu schade. Charla Drops genießt auf der Bühne ihre grenzenlose Freiheit als Künstlerin und sie lässt das Publikum an dieser Freiheit teilhaben.

Die begeisterten Zuschauer applaudierten lautstark zu dieser eigenwilligen Performance.

Von Werner Rödiger

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