Der Charakter des Kurviertels soll bewahrt werden

Abschiedsvorstellung: Beim Ortstermin in der Sternerstraße hatte Roland Luley (links) nach vielen Jahren im Amt seinen letzten Auftritt als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt. Luley wird bei der Kommunalwahl nicht wieder kandidieren. Unser Foto zeigt ihn im Gespräch mit Bauamtschef Johannes van Horrick, der die strittigen Bauvorhaben skizzierte. Foto: Schönholtz

 Bad Hersfeld. Erst gab es Beifall von den Zuschauerplätzen, dann lobte Vorsitzender Roland Luley sich und die Seinen: Anlass war das einvernehmlich gegebene Signal des Stadtverordneten-Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt, neue Bauvorhaben im Bereich Sternerstraße/Ludwig-Braun-Straße nur in Grenzen zuzulassen, die sich an der bestehenden Bebauung orientieren.

Zuvor hatte sich das Gremium vor Ort selbst ein Bild gemacht: Konkret ging es dabei um einen geplanten Anbau an das Haus Sternerstraße 21. „Der ist ein bisschen zu groß geraten“, befand Roland Luley und war sich damit einig mit der städtischen Bauaufsicht, die den Antrag für die fünf vorgesehen Wohneinheiten abgelehnt hatte.

„Das ist baurechtlich nicht möglich“, erläuterte Johannes van Horrick, Leiter der Technischen Verwaltung, mit Blick auf die vorgesehene Bebauung, die bis an das hintere Nachbargrundstück reichen soll. Auch im derzeit laufenden Widerspruchsverfahren ist keine andere Entscheidung zu erwarten, dem Bauherren bliebe dann nur der Klageweg.

Veränderungssperre

Weil es dabei jedoch auch um die grundsätzliche Entscheidung geht, ob auf den vergleichsweise breiten Grundstücken zwischen beiden Straße der bisherige „Grüngürtel“ zugebaut werden darf, soll jetzt ein Bebauungsplan mit den entsprechenden Festsetzungen aufgestellt werden. „Das Kurviertel ist ein besonderes Viertel und soll in seinem Charakter erhalten werden“, sagte Luley unwidersprochen. Damit bis zur Gültigkeit des Planes keine neuen Fakten geschaffen werden, soll zudem eine Veränderungssperre erlassen werden.

Die bereits in einem Anzeigenblatt beworbene Wohnanlage auf dem Nachbargrundstück war in der Ausschusssitzung nur am Rande eine Thema: Weil für dieses Projekt noch kein Bauantrag eingereicht wurde, blieb es in der Diskussion außen vor.

Von Karl Schönholtz

"Kein Schutz für Ensemble bei Bauprojekt"

Zu unserem Bericht „Knatsch im Kurviertel“ über die Bauvorhaben in der Sterner- und Ludwig-Braun-Straße hat sich jetzt auch Dr. Mark Englisch zu Wort gemeldet. Er betont, dass er bei dem Bauvorhaben in der Ludwig-Braun-Straße 2a nicht als Privatperson agiere, sondern als GbR, also als Gesellschaft Bürgerlichen Rechts, nämlich der Dr. Englisch und Hunneshagen GbR, die er zusammen mit seinem Geschäftspartner Ingo Hunneshagen gegründet hat.

Das Projekt der GbR beziehe sich allein auf die Ludwig Braun Straße 2a, wo tatsächlich etwa elf Eigentumswohnungen errichtet werden sollen. „Hier besteht kein Ensemble-Schutz. Bisher wurde noch kein Bauantrag gestellt, somit kann auch noch kein Bauantrag abgelehnt worden sein, wie im Kommentar von Herrn Fehling berichtet wird“, erklärt Englisch ( Bericht links).

Dr. Englisch stellt klar, dass er nicht selbst in dem Neubau im Kurpark wohnen will, wie die HZ auf Grund eines Missverständnisses berichtet hatte. „Mein Geschäftspartner und ich haben den Plan, Eigentumswohnungen zu behalten“, sagt Englisch.

Mit dem Objekt in der Sternerstraße, wo ein Ensemble-Schutz besteht, habe seine GbR nichts zu tun, dieses Objekt werde vom Architekten Werner Fuchs betreut. Dort gebe es auch andere Investoren. Der von Englisch und Hunneshagen beauftragte Architekt Volker Dietz hatte gegenüber der HZ aber erklärt, dass man sich im Interesse der Anwohner aber bei der Bauplanung abstimme. (kai)

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