Chaotische Zustände und ein Nadelöhr

Jan-Christoph Eisenberg

Vor einigen Tagen haben wir in unserer Zeitung über die chaotischen Zustände im Kirchheimer Landhotel berichtet. Was sich seither ereignet hat, macht die Situation dort nicht besser. So ist das Hotel mittlerweile geschlossen. Die verbliebenen Mitarbeiter, deren letzter Hoffnungsschimmer eine baldige Übernahme durch einen neuen Betreiber war, mussten sich arbeitslos melden.

Auch die von den Betreibern des Kirchheimer Motels als möglichem Kaufinteressenten im Landhotel abgestellten Mitarbeiter wurden dort wieder abgezogen. Dem Vernehmen nach, nachdem der Insolvenzvertalter nach Kirchheim gekommen war, um das Hotel zu sichern. Die Lage scheint verzwickt, teils erreichen uns widersprüchliche Meldungen. Es macht das Gerücht die Runde, der bisherige Betreiber Emiel Lantink habe bereits verkauft. Einrichtung soll bereits abgebaut worden sein, obwohl die beim Insolvenzverwalter noch nicht bezahlt worden ist. Lantinks UG, die nach der Insolvenz den Betrieb übernommen hatte, ist mittlerweile eingetragen worden. Der Unternehmer selbst scheint abgetaucht zu sein. Bewegung kommt wohl erst in die Sache, wenn einer der Gläubiger ein Insolvenzverfahren gegen die Eigentümer-GmbH der Hotelimmobilie anstrengt und in der Folgezeit ein zuverlässiger Investor gefunden würde.

Ein wenig verworren ist an diesem Wochenende auch die Verkehrsführung rund um die Bad Hersfelder Lomo-Kreuzung. Auch wenn sich dieses Nadelöhr in vielen Fällen kaum umgehen lässt, könnte sich eine gute Ortskenntnis für Autofahrer an diesem Wochenende besonders auszahlen. Das wurde bereits deutlich, als wir in dieser Woche die Verkehrsführung für unsere Leser aufgedröselt haben. Laut der ursprünglich von Hessen Mobil verschickten Pressemitteilung war nämlich angedacht, den Verkehr aus Richtung Niederaula nach Friedewald zunächst ab dem Hoechster Kreisel durch die Innenstadt in Richtung Fulda zu leiten, um dann im Kreisel im Stadtteil Hohe Luft die Fahrtrichtung zu wechseln.

Das wäre allerdings ein Umweg. Denn das Rechtsabbiegen in Richtung Fulda ist aus Niederaula kommend am Wochenende möglich. Das ist auch der direktere Weg zum Kreisel an der Wollweberstraße. Eine Nachfrage bei Hessen Mobil – und siehe da: Man habe noch einmal geprüft und bevorzuge jetzt auch den direkten Weg. Somit bleiben der Innenstadt wenigstens ein paar zusätzliche Autos erspart.

Nach unseren Berichten über die Kreuzungs-Baustelle haben sich staugeplagte Leser in der Redaktion gemeldet und darüber geklagt, dass doch alles viel schneller gehen könne, wenn durchgängig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gearbeitet würde. Hessen Mobil sagt jedoch, dass manchmal erst der Beton trockenen müsse, ehe die schweren Maschinen wieder anrücken. Nicht immer ganz einfach, als Nicht-Bauingenieur zu beurteilen, wer recht hat. So oder so – nicht nur die staugeplagten Autofahrer dürften wohl drei Kreuze machen, wenn das Nadelöhr endlich wieder frei ist.

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