Diskussion um Geschäftsführer Stefan Pruschwitz und den Etat für die Spielzeit 2016

Chaos um Haushalt trifft auch Festspiele

Um ihn geht es: Stefan Pruschwitz, der kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele. Foto: ks

Bad Hersfeld. Chaos um den Haushalt in Bad Hersfeld – und die Festspiele mittendrin: Teile des Stadtparlaments ziehen die Berufung des kaufmännischen Geschäftsführers Stefan Pruschwitz in Zweifel. Außerdem ist der Festspiel-Etat für die Spielzeit 2016 ungeklärt, was sich auf die mittelfristige Planung auswirken dürfte.

70 000 Euro ungedeckt

Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss vorige Woche dem Haushalt 2015 nicht zugestimmt hatte (wir berichteten), setzte sich das Durcheinander am Donnerstag fort. Widersprüchliche Beschlüsse zum Haushaltssicherungskonzept für 2016 und 2017 stellen den angestrebten Abbau des Defizits zunächst einmal in- frage – Ausgaben von fast 700 000 Euro sind ungedeckt. Die Festspiele sind dabei in zwei Punkten betroffen: Zum einen geht es um die Stelle des kaufmännischen Geschäftsführers. Der wird bis Jahresende als Berater geführt, erhält 2015 im mehrheitlich beschlossenen Stellenplan eine zusätzlich geschaffene Position in der Stadtverwaltung.

Dies stößt bei SPD, Grünen und der NBL auf Missfallen, weil der vom Bürgermeister ausgebootete und vergleichbar hoch dotierte ehemalige Leiter der Festspielverwaltung ebenfalls noch bezahlt werden muss. So hätte der neue Mann nach Ansicht der Kritiker bis zur geplanten Gründung einer gemeinnützigen Festspiel GmbH weiter als Berater geführt werden können.

Der andere Streitpunkt: Beim Haushaltssicherungskonzept, das bei den Festspielen ab 2016 eine Einsparung von rund 464 000 Euro vorsieht, enthielten sich sämtliche neun Ausschussmitglieder – damit war die Kürzung abgelehnt. Auch eine vorgesehene Erhöhung der Grundsteuer kam nicht durch, sodass sich der Fehlbetrag auf 700 000 Euro summiert.

Die endgültige Entscheidung über den Haushalt 2015 mit dem Stellenplan steht allerdings noch aus. Sie fällt am kommenden Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung. Beginn der öffentlichen Sitzung in der Stadthalle ist um 17 Uhr.  zum tage

Von Karl Schönholtz

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