Kein Verständnis für Nein zu Jury-Vorschlag

Chance verpasst

Bad Hersfeld. Mit „völligem Unverständnis“ reagierte HZ-Redakteur Karl Schönholtz, Mitglied der Jury von „Bad Hersfeld liest ein Buch“, auf die Entscheidung des Magistrats, den Vorschlag des Auswahlgremiums, Timur Vermes’ Roman „Er ist wieder da“, abzulehnen. Die Begründung des Stadtrats, der personelle Engpässe bei der pädagogischen Begleitung der Aktion geltend gemacht hatte, bezeichnete er als „vorgeschoben“.

Über Vermes Nummer-1-Bestseller, der einen wiederauferstandenen Adolf Hitler mit dem Medien-Wahnsinn des heutigen Deutschlands kollidieren lässt, werde ohnehin diskutiert, auch ohne das Zutun Bad Hersfelds, argumentierte Schönholtz. Er bedauerte zudem, dass hier die Chance verpasst werde, jüngeren Lesern diese Thematik durch einen zeitgemäßen Ansatz näher zu bringen – schließlich sei der Roman schon jetzt bei vielen Schülern Tagesgespräch.

„Einer Stadt, die sich mit dubiosen historischen Hinterlassenschaften wie bei der Diskussion um die Carl-Peters-Straße immer noch schwer tut, hätte eine Auseinandersetzung mit diesem Buch gut zu Gesicht gestanden“, sagte Schönholtz und erklärte, für die vom Magistrat erbetene Suche nach Ersatz-Vorschlägen aus Protest nicht zur Verfügung zu stehen. (red)

Kommentare