Der Musik-Kabarettist Michael Sens mit einem Abend über die Liebe im Buchcafé

Casanova antwortet nicht

Musik-Kabarettist Michael Sens bei seiner bravurösen Udo Lindenberg-Parodie.

Bad Hersfeld. Musik-Kabarettist Michael Sens hat viele Talente. Er ist ein excellenter Pianist und Geiger, er singt und spielt Gitarre, als Autor und Komiker verfügt er über ein erstaunliches Sprachgefühl, enorme Schlagfertigkeit und seine ausdrucksstarke Mimik grenzt an vollendete Pantomine.

All diese Fertigkeiten nutzt der 49-jährige Brandenburger geschickt, und kreiert daraus eine kabarettistische Ein-Mann-Nummer von höchster Unterhaltsamkeit. Am Freitagabend gastierte der vielseitige Künstler zum ersten Mal im Bad Hersfelder Buchcafé. Sein aktuelles Programm heißt „Das Casanova-Prinzip“ hat allerdings mit dem berühmten italienischen Frauenheld nur am Rande zu tun.

Etikettenschwindel

Michael Sens gesteht diesen kleinen Etikettenschwindel gleich zu Beginn seines zweistündigen Programms ein und erklärt die Liebe zum Hauptthema seines Programms. Zunächst singt er romantische Lieder und nutzt dabei geschickt seine frivole Mimik um eindeutig zweideutige Textpassagen zu unterstreichen. Was ist das richtige Hilfsmittel zur Entblätterung der weiblichen Rose?“ lautet die Hauptfrage in seinem Vortrag über die Liebe zwischen zwei Liebenden. Der erfahrene Ratgeber überrascht mit seiner These, das die erogenste Zone der Frau das Gehirn ist.

Auch die richtige Formulierung eines Liebesbriefs will gelernt sein und ist deshalb Thema für Michael Sens, der höchst amüsant die verschiedenen beruflichen Einflüsse auf die Liebeslyrik anhand der Beispiele Fleischer, Geologe und Mathematiklehrer herausarbeitet.

Das Michael Sens auch gut Parodieren kann, überrascht viele Zuschauerinnen und Zuschauer aufgrund der enormen Vielseitigkeit und Wandelbarkeit des Künstler kaum.

Als Udo Lindenberg, Reinhard Mey und Walter von der Vogelweide singt er komische Liebeslieder in deren Stil und erntet dafür begeisterten Extra-Applaus von seinem Publikum. Seine gewisse optische Ähnlichkeit mit dem berühmten Geiger André Rieu ist für Michael Sens Ansporn genug, dem Publikum mit seiner rockigen Instrumentalversion von Michael Jacksons „smooth criminal“ flott einzuheizen.

Liebeslieder zur Gitarre

Zu der Gitarre singt Michael Sens zudem Liebeslieder aus aller Welt. Ob Brasilien, Russland, Spanien, USA oder Frankreich – ihm gelingt es auf Anhieb, den typischen Sound von Gitarrenbarden aus diesen Ländern zu imitieren.

Bleibt nur noch die Antwort auf die Hauptfrage, was ist denn nun das Casanova-Prinzip? Michael Sens bleibt dem Publikum eine klärende Antwort schuldig und verabschiedet sich nach dem begeisterten Applaus der Bad Hersfelder mit zwei ebenso unterhaltsamen Zugaben.

Von Werner Rödiger

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