Carmen – verrucht und atemberaubend

Ob mit Schlafzimmerblick, als Mädchen von nebenan, lustiger Kumpeltyp oder als Vamp: Anna Montanaro hat viele Gesichter.

Cool, mysteriös und ein wenig verrucht – so sieht Anna Montanaro ihre „Carmen“ in der Bühnenfassung als deutsches Musical. „Wenn die Carmen auf die Bühne kommt, dann müssen die Zuschauer das Atmen vergessen“, sagt sie.

Die deutsche Carmen kommt eigentlich aus der Ukraine. Sie ist eine so genannte „displaced person“, eine Gestrandete des Krieges, die sich im Nachkriegsdeutschland zwischen Schwarzmarkt und Flüchtlingslager durchschlagen muss. Und natürlich spielt dabei auch die Liebe eine Rolle. „Unser José heißt Jo – für Johannes“, erzählt Anna Montanaro, „aber wir sind noch am Ausprobieren, wie das mit der Liebe so läuft“.

Jeden Tag ändere sich das Stück, die Rollen werden neue ausgelotet. Die Zeit ist knapp, in knapp sechs Wochen, am 16. Juni, ist die Welturaufführung. „Diese Inszenierung ist ein Wagnis, aber ich finde es total mutig – das hat es in Bad Hersfeld noch nicht gegeben.“ Und doch wird das Publikum auch die klassische Carmen wiedererkennen. Obwohl verjazzt, die Habanera und andere „Ohrwürmer“ werden zum Mitsummen wiedererkennbar sein.

Ukrainerin gesucht

„Ich muss auch ein Lied auf ukrainisch singen“, erzählt Anna Montanaro und bittet die HZ-Leser um Hilfe. „Gibt es hier nicht jemand aus der Ukraine, der mir beim Einstudieren des Liedes helfen kann?“

Aber Anna Montanaro blickt schon weiter voraus. Im Frühjahr 2011 wird sie in Düsseldorf in einer Komödie zu sehen sein. Außerdem könnte sie sich inzwischen vorstellen, junge Schauspielschüler zu unterrichten. Nach all den vielen Musical-Rollen, die sie schon gespielt hat, würde sie noch gern in „Sunset-Boulevard“ auftreten.

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„Und ein Abstecher ins Fernsehen hat mich schon immer gereizt“. Bisher gab es für sie keine Angebote. Aber vielleicht wird sich das ja noch ändern.

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