Mezzosopranistin Barbara Buffy gibt bei den Opernfestspielen die rassige Zigeunerin

Carmen, eine Traumrolle

Bewundert die Figur Carmen: Barbara Buffy bezirzt mit laszivem Hüftschwung und großer Stimme das Publikum. Foto: Teufel

Bad Hersfeld. Sie ist nicht alleine nach Bad Hersfeld gekommen. Barbara Buffy, die in Bizets Oper „Carmen“ die gleichnamige Hauptrolle spielt, hat ihren vier Monate alten Sohn mitgebracht. „Meine Mutter und mein Mann unterstützen mich sehr“, erklärt die junge Mutter. Anfangs habe ihre Mutter während der Proben auf den Kleinen aufgepasst, jetzt sei der Vater da, um den Spross im Auge zu behalten. Buffy wirkt sehr zufrieden und streichelt immer wieder den Kopf des Säuglings auf ihrem Schoß.

Gesang statt Lehramt

Ursprünglich wollte Barbara Buffy mal Musiklehrerin werden und studierte daher an der Musikhochschule Würzburg Schulmusik. Aus dem Gesangsunterricht im Studium entwickelte sich dann die Passion für den Gesang. Sie schloss dem Schulmusikstudium ein Studium im Fach Operngesang an der Hochschule Mannheim an und gastierte bereits während ihres Studiums in Halberstadt/Quedlinburg als Matilda in Händels „Ottone“. Direkt nach ihrem Studienabschluss folgte dann ein Engagement am Theater in Bremen.

Die Rolle der Carmen, gesteht Buffy, sei für sie schon immer eine Traumrolle gewesen. Das Spannende an dieser Figur sei die Mischung aus tiefen Gefühlen und Freigeist.

„Carmen ist entgegen der Meinung vieler Menschen nicht das Flittchen, sondern eine Frau, die von Herzen liebt.“, erzählt sie. Ein Frauenbild, das Barbara Buffy mit großer Bewunderung betrachtet. An der Oper generell mag sie, dass man auf der Bühne eine Figur verkörpert, sich ganz in sie hineinfühlt und deren Gefühle nacherlebt. Die Mischung aus Kostümen, Maske und Licht vervollständigt diese tolle Erfahrung für sie. Um sich auf ihre Rollen vorzubereiten liest sie sich Hintergrundwissen an, hört auch mal die eine oder andere Aufnahme anderer Inszenierungen, aber achtet darauf, ihren eigenen Ausdruck für eine Figur zu finden.

Anders als viele Kritiker glaubt sie nicht, dass die Oper irgendwann aussterben könnte. „Wenn man, wie Rainer Wenke, die Geschichten der Menschen zeigt, dann ist das doch immer aktuell“, erklärt sie. Viele Menschen würden denken, Oper sei dröge, aber mit pfiffigen Inszenierungen könne man diesem Vorurteil entgegen wirken. Auch der Umstand, dass Siegfried Heinrich für den Chor viele junge Leute anwerbe, sei sicherlich zuträglich, um solche Klischees zu verhindern und die Oper wieder einem jüngeren Publikum zu öffnen.

Bei Projekten wie der Oper in Bad Hersfeld ist der gebürtigen Bayerin, neben der tollen Kulisse, auch das Zwischenmenschliche sehr wichtig. Die anderen Ensemblemitglieder waren für Barbara Buffy allesamt neue Gesichter. Bei der engen und knapp bemessenen Probenperiode, die erst am 14. Juli begonnen hat, habe es nur wenige Pausen geben können. „Wegen meines kleinen Sohnes bin ich dann nach den Proben auch schnell wieder zurück nach Hause.“

Da aber das ganze Ensemble von „Carmen“ von außerhalb gekommen sei, habe man sich dann mal beim Essen getroffen und sei über die letzten Wochen richtig zusammengewachsen.

Von Sabrina Ilona Teufel

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