Von Buschtrommeln und breiten Bühnen

Kai A. Struthoff

Still ruht der See bei der Kreis-CDU. Während Michael Stein, der Möchte-Gern-Bundestagskandidat aus Werra-Meißner, dem Kreisanzeiger schon seine Pläne darlegt und kess behauptet, er habe auch Unterstützer aus Hersfeld-Rotenburg, schweigt Helmut Heiderich. Frühestens in zwei Wochen wolle er sich zur Kandidaten-Kür äußern, sagte mir der CDU-Politiker.

Derweil brodelt es unter der Oberfläche aber weiter. Die Buschtrommeln sagen, Elisabeth Apel aus Ludwigsau will im kommenden Jahr erneut für den Landtag kandidieren. Offenbar füllt der Job beim Hero-Rohstoffzentrum in Witzenhausen die ehrgeizige Apel nicht aus. Allerdings polarisiert die streitbare Ex-Abgeordnete auch in den eigenen Reihen. Deshalb, so hört man, bringt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt seine Geheimwaffe in Stellung. Die Zukunftsbeauftragte des Kreises und ehemalige Hersfelder Stadtverbandschefin, Anja Csenar, wird ebenfalls als potenzielle Landtagskandidatin genannt. Andere CDU-Insider schütteln darüber freilich nur den Kopf. Die CDU macht es also spannend, und wir spekulieren weiter.

Wer sich das diese Woche vorgelegte Konzept zur Dorfentwicklung in den Bad Hersfelder Stadtteilen Asbach, Beiershausen und Kohlhausen etwas näher anschaute, der war nach der Präsentation kaum schlauer als zuvor: Statt Projekten und Antworten lieferte Planer Hartmut Kind nämlich zuvorderst neue Fragestellungen, die weitere Konzepte erfordern. Was soll mit den Dorfgemeinschaftshäusern passieren? Wie ist der Verfall der historischen Bausubstanz in den Dorfkernen aufzuhalten? Was kann freiwilliges bürgerliches Engagement leisten? Neben diesen Herkulesaufgaben nahmen sich die wenigen konkreten Vorhaben sehr bescheiden aus. Da ist wohl noch jede Menge Kopfarbeit gefragt in „Asbeko“ - so das Kürzel der Planer für die drei Stadtteile.

Bürgerbeteiligung – das war eines der Schlagworte, mit denen Bürgermeister Thomas Fehling im Wahlkampf für sich warb. Deshalb hat die Stadt schon jetzt über geplante Veränderungen bei der Stadtbus-Linienführung informiert, die erst zum Fahrplanwechsel 2013 umgesetzt werden. Dumm nur, dass die „Bürgerinformationsveranstaltung“ an einem Werktag um 16 Uhr stattfand: Das gute Dutzend der Interessierten bestand zur Hälfte aus Busfahrern. Dumm auch, dass die Änderungsvorschläge nur hier präsentiert wurden und weitere Informationsmöglichkeiten nicht vorgesehen waren. Transparenz sieht anders aus.

Neues gibt es von unserer beliebten Ex-Intendantin Elke Hesse, die jetzt die Wiener Sängerknaben managt. Hesse kann Anfang Dezember endlich den lange umstrittenen neuen Konzertsaal für den weltberühmten Chor in Betrieb nehmen. Die Portalbreite der Bühne dort beträgt zwölf Meter – fast so breit wie in der Wiener Staatsoper. An diese Dimensionen können sich die Jungs also schon mal gewöhnen – vor ihrem Auftritt in Bad Hersfeld in der Spielzeit 2014 in der Stiftsruine. Bühnenbreite: 40 Meter!

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