Neues Leben für alte Texte im Grebe-Keller

Da ist was im Busch

Eingespieltes Team: Mit vollem Einsatz gaben Wolfgang Gellert (rechts) und Fried Wolff Gedichte und skurrile Geschichten von Wilhelm Busch zum Besten. Foto: Knoth

Bad Hersfeld. Dass Wilhelm Busch längst nicht nur die Lausbubengeschichten von Max und Moritz hinterlassen hat, daran konnte man sich am Wochenende im Hersfelder Grebe-Keller erinnern.

Unter dem Motto „Der Ort ist gut, die Lage neu, der Alte Lump ist auch dabei“ präsentierten Wolfgang Gellert und Fried Wolff ihr zweites Wilhelm-Busch-Programm.

Die knapp 70 Plätze in dem schummrig beleuchteten Kellergewölbe waren an beiden Abenden restlos besetzt. Einige zusätzliche Stühle für Nachzügler, die ihre Karten noch schnell an der Abendkasse erstanden hatten, waren auch schnell gefunden. Ein paar Minuten blieben den Gästen, um sich ein Glas Wein zu gönnen und die Bühnendekoration zu bewundern. Auf Leinentücher gezeichnete Busch-Motive hingen an einer Wäscheleine und zierten den Hintergrund. Dann ging es auch schon los.

Mit vollem Körpereinsatz hauchten Wolff und Gellert den Texten Leben ein: Mal wurde mit verstellten Stimmen abwechselnd vorgelesen, mal mit Gitarrenbegleitung gesungen. Zum Teil wurden die Gedichte sogar schauspielerisch umgesetzt. Ein besonderes Highlight war die Interpretation des „kühnen Ritters und des gräulichen Lindwurms“ mit Wolff als Ritter und auch als Lindwurm.

Dummheit wirkt erhebend

„Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt“, zitierte Gellert Wilhelm Busch. Unter Beweis stellte er diese These anschließend in der Rolle von „Frau Gretes Huhn“, was vom Publikum auch prompt mit schallendem Lachen belohnt wurde. Der Darsteller ist in Bad Hersfeld kein Unbekannter: Seit 1976 stand er mehrfach auf der Festspiel-Bühne und wurde 1980 mit dem Hersfeld-Preis ausgezeichnet.

Die Zeit verging wie im Flug, und das eingespielte Team begeisterte das Publikum so sehr, dass nicht nur eine, sondern gleich drei Zugaben gegeben werden mussten. Wem das immer noch nicht genug war, der kann schon am 6. November ein weiteres Programm erleben. Mit „Die Zehnte Muse“ sind Wolff und Gellert dann im Buchcafé zu sehen. (ck)

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