Bürgerversammlung zur Neugestaltung der Südwestseite des Hersfelder Marktplatzes

Bus-Kap bleibt Reizthema

Streitpunkt: Die neue Haltestelle mit dem Bus-Kap vor den Häuser Markt 3 bis 6.

Bad Hersfeld. Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann – das gilt auch für die Neugestaltung der Südwestseite des Bad Hersfelder Marktplatzes. Dies wurde am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung in der Stadthalle deutlich, als die Ansichten von Planern, Nutzern und Anwohnern ein weiteres Mal im Widerspruch zueinander standen. Dabei waren Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rolf Göbel als Gastgeber und Bürgermeister Thomas Fehling angetreten, die erzürnten Gemüter durch „intensiven Austausch“ der Argumente zu besänftigen.

Reizthema Nummer 1 bleibt also weiterhin die Verlegung der Haltestelle für den Stadtbus von der Stadtbibliothek vor die Häuser Markt 3 bis 6. Die geplante Ausgestaltung mit einem sogenannten Bus-Kap (einer Ausbuchtung) und die damit einhergehende Verengung der Fahrbahn mochte den Kritikern auch nach den Erläuterungen durch den Fachbereichsleiter Technische Dienste, Martin Bode, nicht einleuchten. Man befürchtet Staus und ist zudem mit der Optik vor der historischen Häuserzeile unzufrieden.

Laster vor die Bibliothek

Die Bauverwaltung begründete ihre Planung mit zwei Argumenten: Zum einen ermöglicht die Verlegung der Haltestelle, dass die Lastwagen der Marktbeschicker künftig vor der Bibliothek abgestellt werden können – ein ausdrücklicher Wunsch der Anwohner, damit die Sicht aufs Fachwerk auch an Markttagen nicht verstellt wird.

Zum anderen kann der Bordstein des Bus-Halts an dieser Stelle dank des ohnehin erhöhten Gehwegs problemlos angehoben werden, um Behinderten den stufenlosen Übergang in und aus dem Bus zu ermöglichen. Vor der Stadtbibliothek müsste das erforderliche Bordsteinniveau erst kostenträchtig neu geschaffen werden. Martin Bode versuchte deutlich zu machen, dass der Multifunktionsplatz Markt vielerlei Interessen gerecht werden muss und deshalb auch Kompromisse eingegangen werden müssen.

Ein Problem wird jedoch gelöst: Reisebusse dürfen hier künftig nur noch zum Aus- und Einsteigen halten und müssen zum Parken den Markt verlassen – etwa zum TLT-Parklplatz am Seilerweg.

Wie dem auch sei: Die Aufträge für die Markt-Bauarbeiten wurden bereits im Dezember vergeben, die Materialien sind längst bestellt. Abgesehen von marginalen Änderungen wird das 300 000 Euro teure Vorhaben ab Ende März verwirklicht werden und soll im Juni – also rechtzeitig vor Beginn der Festspiele – fertig sein.

Von Karl Schönholtz

Kommentare