Gärtnereien bieten großes Pflanzen-Sortiment – Knospenheide am meisten gefragt

Bunte Vielfalt auf Gräbern

Grabschmuck in allen Farben und Formen: Rebecca Leister und Andreas Bott von der Gärtnerei Kühn präsentieren einige Gestecke aus verschiedenen Materialien. Foto: Stehr

Bad Hersfeld. Der Winter naht, Volkstrauertag und Totensonntag ebenso. Seit einigen Wochen werden auf den Friedhöfen die Gräber wieder winterfest gemacht.

Heide, kleinblumige Stiefmütterchen, Silbereichen, Veronika-Arten, Scheinbeeren und sogenannter Stacheldraht – all das und mehr steht im Moment in den Gärtnereien zum Verkauf. „Das Sortiment hat sich in den letzten Jahren immer mehr erweitert“, sagt Andreas Bott von der Gärtnerei Kühn in Bad Hersfeld. „Am gängigsten ist zurzeit die Knospenheide“, erklärt er. „Bei dieser Pflanze bleibt es bei der Knospenbildung, daher kann sie nicht verblühen.“ In Violett-Rosa und Weiß erstrahlt diese Heide. Es gibt sie hochwachsend und flacher – und sie ist „richtig winterhart“, wie Bott betont. Andere Heide-Sorten wirken durch ihr Kraut. Sie sind daher in der Farbgebung grün, gelb oder ocker.

Seit einigen Jahren sind auch Pflanzen wie die Silbereiche, die in einem grau-silbernen Ton schimmert, oder der weiß-grau wirkende Stacheldraht als Grab-Bepflanzung in Mode gekommen. „Stacheldraht verträgt auch mal eine frostige Nacht“, erklärt Bott, „er erfriert zwar, behält aber seine Form.“ Meist werden diese Pflanzen in Kombination mit der Knospenheide gepflanzt, um farbliche Akzente zu setzen. Das gilt auch für eine Veronika-Art, die als kleiner grüner Puschel daherkommt oder für Scheinbeeren, die durch ihre orangefarbenen Farbtupfer zwischen den grünen Blättern wirken.

Graberde in gedecktem Ton

Auch kleinblumige Stiefmütterchen können im November noch gepflanzt werden. „Die Hauptblüte dieser Stiefmütterchen ist dann im Frühling“, sagt Bott. Dazu wird auch immer wieder nach dunkler Graberde gefragt. Diese dient zur Abdeckung und sorgt für einen gedeckten Farbton zwischen den Pflanzen. Sorgen, dass es bereits zu kalt ist, um seine Pflanzen zu setzen, muss sich noch niemand machen. „Solange eine offene Witterung herrscht, also der Boden noch nicht gefroren ist, kann gepflanzt werden“, erklärt Bott. Auch Angießen ist noch möglich. Weiteres Gießen sei nun, Mitte November, kaum noch nötig. „Dann ist eine Grundfeuchtigkeit gegeben“, sagt der Gartenexperte.

Eine einfache Variante, Gräber winterfest zu machen ist, sie mit Zweigen abzudecken und eventuell ein Gesteck dazuzulegen oder zu stellen. „Das wird auch noch immer gemacht“, so Bott. Zum Abdecken bieten sich Äste von Nadelbäumen an. „Weißtanne, Zypresse, Eibe“, nennt Bott einige Möglichkeiten.

Von Claudia Stehr

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