Bunte Pläne, keine Pläne und ein Partei-Duell

Karl Schönholtz

Nun ist das passiert, was der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling unbedingt vermeiden wollte: Seine Idee vom „Lullus-Sportpark“ in der Fuldaaue wird zum Zankapfel der Parteipolitik. Und daran ist Fehling zum Teil auch selber schuld. Denn wie man mit Projekten umgeht, die einem am Herzen liegen, das hätte er sich ganz leicht von seinem Vorgänger Hartmut H. Boehmer abschauen können.

Der hatte nämlich nicht nur stets ein buntes Plänchen parat, sondern lancierte die Informationen über das Vorhaben dann auch zu einem günstigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit. Und Boehmer vergaß dabei nie den Zusatz, dass er „vorbehaltlich der Zustimmung der städtischen Gremien“ berichte. Damit war die Sichtweise des Bürgermeisters publik, den Formalitäten genüge getan und den Kritikern ein Stück weit der Wind aus den Segeln genommen.

Eine entsprechende Darstellung hätte auch Fehlings Marschroute für den komplexen Sportpark verdient. Stattdessen wurde der jüngst erstellte Masterplan einen Tag nach der Abfuhr im Magistrat bei einem anderen Termin geradezu beiläufig in die Kameras gehalten und sorgte bei manchem Medienvertreter eher für Verwirrung als für Erhellung.

Einen bunten Plan für die Bad Hersfelder Traditionsgaststätte „Gartenlaube“ hat Mit-Eigentümer Joachim „Jo“ Spangenberg noch nicht zu bieten, denn die Zukunft der Immobilie am Rande des Kurparks ist auch ein halbes Jahr nach Schließung des Tanzlokals noch „in der Schwebe“.

Der Verkauf an einen ortsansässige Projektentwickler ist nicht mehr als ein Gerücht, andere Verkaufspläne hängen von den preislichen Vorstellungen der Erbengemeinschaft und den Bedingungen des Denkmalschutzes ab. Auch eine Verpachtung möchte Spangenberg nicht ausschließen. Interessenten gibt es genug, wenn auch nur wenige mit dem erforderlichen finanziellen Hintergrund. Eine Entscheidung fällt wohl in nächster Zeit.

Bei der CDU läuft es nun offenbar auf eine Kampfabstimmung um die Bundestagskandidatur hinaus. Heike Meyer und Michael Stein aus dem Werra-Meißner-Kreis treten am 19. November in Bebra gegen Helmut Heiderich an. Dieser demonstrierte am vergangenen Montag im Kreistag größtmögliche Gelassenheit, obwohl er sich öffentlich immer noch nicht äußern will. Offenbar spekuliert man darauf, dass der Kreisverband Werra-Meißner noch uneiniger ist als es die Christdemokraten in Hersfeld-Rotenburg sind. Angeblich wollen sogar Delegierte aus Werra-Meißner für Heiderich stimmen, hört man. Es könnte also gut sein, dass der passionierte Marathonläufer am Ende wieder mal den längeren Atem hat.

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