Internationales Sommerfest lockt Hunderte Besucher in die Breitenstraße

Bunte Feier für alle Sinne

Bad Hersfeld. In der oberen Breitenstraße ertönen ungewohnte Klänge. Es riecht nach Rindswurst, Köfte, türkischer Hackfleischpizza und türkischem Kaffee. Eine bunte Gemeinde zieht es zum Internationalen Sommerfest, das zum dritten Mal vom Interkulturellem Zentrum und vom Türkisch-Islamischen Kulturverein gemeinsam und mitten in der Stadt veranstaltet wird.

Im Küchenpavillon sind fleißige Frauenhände am Werk, stellen Teig für Fladenbrot her, füllen ihn mit Spinat und Gewürzen und schon liegt er auf der Ofenplatte. Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die in ihrem Grußwort gerade vom Miteinander der Kulturen in einem weltoffenen, nicht zum Assimilieren auffordernden Landkreis gesprochen hat, mischt, hilft beim Backen. „Korrekt gewendet!“, ruft ihr Yalcin Solak zu, der im Kulturverein für Jugend und Soziales zuständig ist. Im Hintergrund steht Celal Dogan, der Vorbeter der Moschee. Er hat betont, dass es gerade beim Sommerfest darum geht, Freuden und Sorgen miteinander zu teilen und Respekt und Freundschaft zu bekräftigen.

Marie-Louise Harms, die in ihrer schwedischen Tracht durch das Samstagsnachmittagsprogramm führt, eröffnet das kalt-warme Büffet. Es gibt so viele Leckerbissen, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst probieren soll. Und all die vielen Süßigkeiten: Baklava, Tulumba, Kiwi-Spinat-Torte, Mosaikkuchen, aber auch Bienenstich und Waffeln, die Mehtap Demir zugunsten der Opfer des Grubenunglücks im türkischen Soma verkauft. Irene Adolph, die langjährige Vorsitzende des Vereins für internationale Jugendarbeit, freut sich, dass sie immer wieder von ehemaligen Schülern angesprochen wird, die die Hausaufgabenhilfe des Vereins in Anspruch genommen haben.

Musikalisches Danke

Alireza Zarin und sein sechsjähriger Sohn Wandad möchten mit einer Trommeldarbietung Danke sagen. Der aus dem Iran stammende Christ, der sich beim TV Kalkobes als Fußball-Co-Trainer engagiert, ist überglücklich, dass er als Asylbewerber anerkannt worden ist. Sizilia Feik und ihre Töchter Francesca und Julietta bilden die Tanzgruppe „Gegziro“ und kommen in farbenprächtigen Kostümen daher. Ähnlich vielfarbig tritt der von Nelly Neufeldt geleitete Chor „Rjabinuschki“ auf. Weitere Aufführungen steuern die „Schmetterlingskinder“ der Moschee bei und Tanzgruppen, deren Akteure von den Philippinen und aus Sri Lanka stammen. Besonders viel Beifall erntet Manori Trieschmann, die sich als Teepflückerin den Nachstellungen ihres Kontrolleurs (Chandra Olfermann) erwehren muss.

Von Wilfried Apel

Internationales Sommerfest in Bad Hersfeld

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