Armee und Wirtschaft in der Region wollen stärker kooperieren

Bundeswehr macht neue Fachkräfte mobil

Rotenburg. Fachkräftemangel auf Seiten der heimischen Wirtschaft und gut ausgebildete Fachleute in der Alheimerkaserne in Rotenburg, die nach ihrer Dienstzeit im zivilen Bereich Fuß fassen wollen – diese beiden Teile will der Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 286, Oberstleutnant Gerald Schreiber, sinnvoll zusammenführen. Zu einem ersten Informationsaustausch hatte er in dieser Woche Vertreter der Wirtschaft eingeladen.

Profitieren sollen alle: die Region, die unter dem demografischen Wandel leidet und auf die Ansiedlung junger Familien hofft, heimische Betriebe, die auch in Zukunft Fachleute benötigen und oft nicht bekommen. Und auch die Bundeswehr selbst, die sich nach Ende der Wehrpflicht verstärkt um Nachwuchs bemühen muss und den Zeitsoldaten eine Perspektive nach der Militärzeit aufzeigen will, wie Schreiber erläuterte.

Die Bundeswehr hat dazu eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, die Michael Milbredt vom Berufsförderungsdienst der Wehrverwaltung in Kassel aufzeigte. Das beginnt mit finanziellen Zuwendungen wie Einarbeitungszuschüssen für Betriebe, die ehemalige Bundeswehrangehörige beschäftigen, reicht über vorzeitige Freistellung zur besseren Einarbeitung und Freistellungen für Praktika bis hin zum Erwerb von Zusatzqualifikationen bei der Bundeswehr, die für eine spätere Einstellung notwendig sind.

Die Vielfalt des Angebots war für die Wirtschaftsvertreter neu: Dass die Soldaten des Führungsunterstützungbataillons zum Großteil hochqualifizierte IT-Kräfte sind, stieß auf Erstaunen. Ulrich Till zum Beispiel, einer der drei Geschäftsführer des Logistikunternehmens Krug, wusste dies nicht, erklärte dann: „Wir brauchen aber keine IT-Spezialisten, sondern Kraftfahrer.“ Doch auch hier kann der Berufsförderungsdienst helfen. Die Bandbreite der Aus- und Fortbildung beim Bund sei groß, hieß es.

Von Silke Schäfer-Marg

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