Der Landkreis darf nicht zur Tabuzone werden

BUND für Windkraft und Artenschutz

Jörg

Hersfeld-Rotenburg. Die Sorge, dass es bei einem unkontrollierten Bau von Windkraftanlagen zu Konflikten mit dem Schutz von gefährdeten Vogel- und Fledermausarten kommen kann, teilt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband Hersfeld-Rotenburg, mit den Naturschutzverbänden (NABU) und der naturkundlichen Gesellschaft Mittleres Fuldatal.

BUND-Kreisvorsitzender Jörg Bennedik weist aber auch darauf hin, dass derzeit das Regierungspräsidium Kassel für jeden Landkreis Suchflächen für die Windkraftnutzung erarbeitet hat, um den Windkraft-Boom in geordnete Bahnen zu lenken. Die Flächen werden in etwa zwei Wochen zur Diskussion gestellt. Vorausgesetzt wird eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 Metern pro Sekunde in einer Höhe von 140 Metern. Das bedeutet nach Meinung des BUND, dass künftig nicht auf jeder Kuppe im Landkreis Windkraftanlagen zu sehen sein werden.

Weg von Öl und Gas

Ein weiterer Ausbau der Windenergie sei neben der Förderung zusätzlicher alternativer Energien und Energieeinsparmöglichkeiten auch in Hessen unabdingbar für die Energiewende. Dabei gehe es nicht nur um den Ausstieg aus der Atomenergie, sondern auch um die Vermeidung der schlimmsten Folgen des Klimawandels.

Für den BUND stelle sich deshalb nicht die Alternative, ob er sich für die Windkraft oder den Artenschutz stark mache. „Wenn es uns innerhalb der nächsten Jahrzehnte nicht gelingt, den Energiehunger der wachsenden Menschheit durch erneuerbare Energien und Energieeinsparung zu stillen, sind viele Bemühungen um den Artenschutz vergebens gewesen“, warnt Bennedik.

Im Rahmen der Diskussion um die „richtigen“ Standorte für den Bau von Windkraftanlagen hält es der BUND deshalb für unangebracht, hinsichtlich der Nutzung der Windenergie den gesamten Landkreis von vornherein zur Tabuzone zu erklären. (red/rey)

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