Mehr Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz

BUND will sich massiv einmischen

BUND-Vorsitzender Hubert Weiger vor dem Plenum der Bundesdelegiertenkonferenz im Hotel am Kurpark. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Rund 140 Delegierte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben sich am Wochenende in Bad Hersfeld programmatisch auf das kommende Bundestagswahljahr eingestimmt. In einer Resolution unter dem Titel „Zukunft statt Wachstum“ fordert der BUND, die Weichen neu zu stellen.

„Vor dem Hintergrund der Umwelt- und Finanzkrise darf der Umweltschutz nicht zum Randthema werden“, sagte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger unserer Zeitung. Deshalb wolle sich die Umweltschutzorganisation im Wahljahr „massiv einmischen“. Geplant seien etwa Online-Befragungen der Kandidaten zu umweltpolitischen Themen.

Die Energiewende müsse ökologisch, aber auch sozial-verträglich vorangetrieben werden. Weiger sagte, die jetzt anstehende Erhöhung des Strompreises um durchschnittlich zwölf Prozent hänge nur zur Hälfte mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zusammen. Die andere Hälfte gehe auf das Konto der Stromproduzenten, die zusätzliche Gewinne einfahren wollten. „Privatkunden finanzieren die Energiewende, weil die großen Stromverbraucher weitgehend befreit sind.“

Weiger erklärte, dass der Normalverbraucher die Mehrkosten für Energie durch ein bewusstes Verhalten kompensieren könne. Als Beispiel dafür nannte er etwa den bundesweiten Austausch der Heizungsumwälzpumpen, der derzeit schon in Bad Hersfeld finanziell gefördert wird. Weiger schlug auch den Einsatz von Energieberatern vor, die einkommensschwachen Haushalten Wege zum Stromsparen aufzeigen können. Außerdem solle schon im Kindergarten die Aufklärung über das Energiesparen beginnen.

Frühzeitige Information

In einer Resolution fordert der BUND zudem mehr Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturplanungen wie etwa dem in unserer Region stark umstrittenen Ausbau der 380-kV-Leitung Wahle-Mecklar.

„Wenn die Bürger rechtzeitig alle Informationen erhalten und die Diskussion transparent geführt wird, dann könnten viele Konflikte schon im Vorfeld ausgeräumt werden“, sagte Magnus Wessel, Leiter für Naturschutzpolitik und -koordination.

Von Kai A. Struthoff

Kommentare